April 2010


2. Treffen: 16. April 2010 (2. Fortsetzung)

Text des Lunyu 1.3. und 1.4. in Übersetzung von Moritz und von Wilhelm nach dem Sprung.

>>> Hier gibt’s Info über den Lesezirkel
Ergänzende Bemerkungen oder Einwände im Kommentarfeld.

Nächster Termin: Freitag, 7. Mai, 18.30 – 20.30 Uhr, Confucius Class Munich, Theatinerstr. 15/V.

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1.3.

Moritz übersetzt hier „ren“ mit gutem Charakter, Wilhelm bleibt näher an der zentralen Bedeutung dieses Kernbegriffs der Lehre des Konfuzius: Sittlichkeit. Auch unser Begriff der „Menschlichkeit“ ist für eine Übertragung in Betracht zu ziehen.

Ich lese diesen Satz mit einem Seitenblick auf Machiavelli: Er fordert vom Fürsten (Buch XVIII), um seiner politischen Ziele willen zu täuschen, und hält es für problematisch, wenn der Fürst die guten Eigenschaften, die er vorspielt, tatsächlich besitzen würde, denn dann hätte er Schwierigkeiten, sie strategisch einzusetzen.

Gibt es in der politischen Welt die Möglichkeit der fundamentalen Ehrlichkeit anderen gegenüber? (Sich selbst gegenüber – das ist eine andere Frage. Wie könnte man strategisch erfolgreich täuschen, wenn man sich zugleich selbst täuscht?)

Konfuzius klingt hier (für mich) unpolitisch, antipolitisch – falls der Satz universal gemeint ist. Er berücksichtigt nicht die Erfordernisse des rationalen Verhaltens in Situationen, in denen wir strategisch handeln müssen.

1.4.

Bemerkenswert die grundsätzlich selbstkritische Haltung, zu der wir hier aufgerufen werden. Der Konfuzianer traut sich selbst nicht vollständig, weiß, dass er ein Mensch und fehlbar ist.

Drei Dimensionen hat diese Prüfung – und man kann annehmen, dass hier indirekt auch drei verschiedene Verhältnisse zu anderen unterstellt werden: die Treue und Zuverlässigkeit gegenüber denen, die über uns stehen (z. B. Fürst, Vater und Mutter), Aufrichtigkeit gegenüber denen, die uns in etwa gleichgestellt sind (Freunde), Handeln gemäß der uns gelehrten und gelernten Grundsätze gegenüber denen, über die wir Autorität haben. („geübt“ verstehe ich hier auch im Sinne von „ausgeübt“; es wäre auch noch zu klären, was hier inhaltlich gelehrt, gelernt und geübt werden soll.)

Aufrichtigkeit – der Verzicht auf Täuschung – gilt dann gegenüber den Gleichgestellten, nicht unbedingt gegenüber denen, die über oder unter uns stehen?

Lunyu 1.3 und 1.4. in ihrer Bedeutung heute:

1.3.: Misstraue allen, die strategisch handeln??? (Führt nicht solches Misstrauen auch dazu, dass man glatte Worte und heuchlerische Miene im täglichen Verkehr gebraucht?)

Widerspricht dem 1.4., wenn wir annehmen, dass unsere Verpflichtung nach oben eher als Treue und Zuverlässigkeit, unsere Verpflichtung nach unten eher als Befolgen der gelernten Grundsätze zu verstehen ist?

1.4.: In einer Gesellschaft mit weitgehendem Anspruch, egalitär zu sein, käme es vor allem auf die Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit an. Für die Beamten und Kader käme es darauf an, Befehle zuverlässig auszuführen und das Volk gemäß bestimmter Grundsätze angemessen zu behandeln.

(mehr …)

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Thomas Friedman gibt uns – eher unfreiwillig und ein wenig verzweifelt – einen Hinweis darauf, warum China die Zukunft gehört – und nicht den USA.

In seinem jüngsten Kommentar in der New York Times schreibt er:

China hat gerade eine gute Woche in Amerika. In Beijing feiert man vielleicht sogar. … Denn Amerika ist gerade dabei, die Zukunft der nächsten großen globalen Industrieinnovation – Energietechnologie – China zu überlassen.

Was die USA dringend bräuchten, wäre ein klares Preissignal an die Verbraucher in den USA: Benzin, Gas –  alle Energie auf Kohlenstoffbasis – wird in Zukunft allmählich teurer werden müssen. Also, stellt euch langsam um auf ökologisch günstigere Formen von Energie! Und diese sollte moderat subventioniert werden, um den allmählichen Übergang ein wenig zu erleichtern.

Die USA kriegen das politisch nicht hin. Es liegt, so Friedman, nicht am Präsidenten. Politisch kommt es nicht durch, weil die Republikaner dagegen sind und die Demokraten befürchten, dass schon die kleinste von der Regierung verursachte Energiepreiserhöhung tödlich für sie sein könnte in den anstehenden Wahlen.

Also geht nichts. Benzin und Energie generell bleiben in den USA unverantwortlich billig, einen Anreiz zu ökologisch nachhaltiger Energienutzung schafft man nicht.

Friedman verweist auf die Fähigkeit der USA zur Innovation im technologischen Sektor. Aber wohin wandern dann sowohl die Produktion als auch die Entwicklung neuer Technologien, etwa im Bereich der Sonnenenergie? Im Silicon Valley ertüftelt man das Neue, aber diese Firmen siedeln nun ihre künftigen Arbeitsstätten in China an: lieber dort, wo sie ihre Produkte auch verkaufen können. Etwa die Hälfte aller Sonnenkollektoren der Welt sind im letzten Jahr bereits in China produziert worden.

Elektroauto, Sonnenenergienutzung im größten Stil und ähnliche grüne Technologien werden vor allem aus China kommen und weltweit zum Verkaufsschlager werden.

Während man in den USA zwar prächtig an den Universitäten und in bestens finanzierten Forschungsstätten lernt, aber in der Politik — verblödet?

Stiftung ex oriente (www.china-stiftung.de)
Chinas Kultur, Sprache und Wirtschaft in Deutschland

Einladung zum 45. Jour Fixe

am Freitag, den 14. Mai 2010
um 19.30 Uhr
Kardinal-Faulhaber-Straße 10, 4. Stock, 80333 München

Wir freuen uns auf den
Vortrag
von Frau Ingrid Jansen
mit dem Titel
„Chinesische volkstümliche Götter im Scherenschnitt“

Schon immer  faszinierten Frau Jansen Scherenschnitte und die chinesische traditionelle Volkskunst, die sie während ihres Aufenthaltes in Beijing von 1986-1988 für sich entdeckte.

Regelmäßig besucht Frau Jansen seitdem Scherenschneider-Treffen in chinesischen Dörfern. Dabei hat sich die Motivwahl der Scherenschneider über die Jahre immer wieder verändert. Seit Ende der neunziger Jahre schneiden die alten Scherenschneiderinnen auf dem Land auch wieder die alten, früher in jedem Haushalt verehrten Götter.

In ihrem Vortrag wird Frau Jansen anhand von Abbildungen von Scherenschnitten die alten Legenden erklären, die sich um die dargestellten Götter ranken. Durch Bilder und mitgebrachte Scherenschnitte wird sie uns einen Einblick in die abwechslungsreiche Kunst des chinesischen Scherenschnitts geben.

Die Referentin organisiert außerdem die
Ausstellung

„Scherenschnitte und Malerei aus dem ländlichen China“

vom 21. bis 26. Mai 2010
von 10.00 bis 19.30
im Geranienhaus des Nymphenburger Schlossparks.
Der Eintritt ist frei.

 Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

(Gastbeitrag von Rong Wang)

Deutsche Marken haben in China große Beliebtheit gewonnen. Jedoch wissen die meisten Chinesen wahrscheinlich nicht, was z.B. „Porsche“ ist, denn die deutschen Marken haben im Reich der Mitte neue Namen, und natürlich auf Chinesisch.

Deutsch und Chinesisch sind zwei sehr unterschiedliche Sprachen. Es gibt gute Gründe zu fragen, ob manche Wörter überhaupt vom Deutschen ins Chinesische übersetzt werden können, insbesondere wenn die Wörter Namen sind. Die Tatsache, dass Namen schwer zu übersetzen sind, ist nicht zu leugnen. Dazu braucht man nicht nur gute Sprachkenntnisse, sondern auch viel Intelligenz. Die findet man bei den chinesischen Namen der deutschen Marken, die bei ihrer Erfolgsgeschichte wohl auch eine große Rolle neben der guten Qualität gespielt haben.

-BMW: auf chin. „bauma“. „bau“ heißt „Schatz“ und „ma“ heißt „Pferd“. Klingt zwar etwas anders als sein ursprünglicher Name, hat aber eine gute Bedeutung, gerade als Autormarke.

-Benz: auf chin. „bentschi“ und heißt „sausen“. Eine passendere Übersetzung könnte es wahrscheinlich nicht geben.

-Opel: auf chin. „oubau“. „ou“ heißt „Europa“ und „bau“ heißt „Schatz“. Opels chinesischer Name bedeutet „Schatz Europas“.

-Porsche: auf chin. „bauschijie“. „bauschi“ heißt „Zeit sparen“ und hat dieselbe Aussprache wie „Edelstein“. „jie“ heißt „schnell“.

-Oral B: auf chin. „oule B“. „ou“ heißt „Europa“ und „le“ heißt „fröhlich“. Es ist eine schöne Sache, dass „fröhlich“ assoziiert wird, wenn man die „Oral B“ sieht. Und man weiß sogar, dass die Marke aus Europa stammt.

Soweit ein kurzer Blick auf die chinesischen Namen der deutschen Marken. Fremdsprachen zu übersetzen ist nicht immer eine harte Arbeit, sondern macht  auch viel Spaß, oder?

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Autorin: Rong Wang (Germanistikstudentin an der LMU seit 2,5 Jahren)

CSSA, der Verein der chinesischen Studenten und Wissenschaftler in München e.V.,
organisiert zusammen mit Confucius Class Munich
am 29.04.
einen Länderabend zu China.

Auf diesem Länderabend werden verschiedene Darbietungen und Aktivitäten angeboten:

Vorführungen

        * traditionelle chinesische Musik, präsentiert von der Musikgruppe „Jiyuetian“
        * Min-Tanzgruppe (Leitung und Choreographie: Frau Zhou Min)
        * die chinesische studentische Rockband „BRAND“
        * Wushu Show – chinesische Kampfkunst

Mitmach-Angebote

        * Kalligraphie-Schnupperkurs
        * Chinesisch-Schnupperkurs
        * Einführung in die traditionelle Tee-Zeremonie

Wo? 
Crazy Bean
                 Im Erdgeschoss der TU-Mensa
Arcisstr. 17

Wann?   
29.04.2010 ab 20:00 Uhr

Eintritt frei !

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Weitere Angebote im Rahmen der Chinesischen Wochen an der TU:

26.04.2010   
Ausstellungseröffnung zu chinesischen Partneruniversitäten (im Audimax-Foyer, Arcisstr. 21)

27.04.2010  18:00  
Die Tätigkeit deutscher Ärzte in Shanghai nach 1900
Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Gerhardt

29.04.2010  18:00  
Karrieren in zwei Welten: Deutsche im Reich der Mitte – erfolgreiche Chinesen in Deutschland (Vortrag im Theresianum, Raum 1601; Eingang Theresienstraße)

Hier der Flyer zu den China-Wochen

Scherenschnitte und Malerei
aus dem ländlichen China

 Zur Eröffnung der Ausstellung
am Donnerstag, dem 20. Mai 2010 um 19.00 Uhr

laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein


Ausstellung

21. bis 26. Mai 2010
täglich 10.00 bis 19.30 Uhr

Eintritt frei

München, Nymphenburger Schlosspark
Historische Pflanzenhäuser, Geranienhaus

 Wir werden die Ausstellung selbst betreuen

Ingrid und Theo Jansen München
Tel.: 089-1293813,
E-Mail: htjansen@web.de

Die Ausstellung wird von der CCM unterstützt.

 

Text zu einer Ausstellung 2008:

Seit nunmehr über 15 Jahren schon stellt die Münchner Sammlerin Ingrid Jansen mit beachtlicher Resonanz Werke der chinesischen Volkskunst in vielen Städten Deutschlands aus. Alle zwei Jahre, jetzt zum achten Mal finden diese Ausstellungen auch im Nymphenburger Schlosspark statt. Besonderes Gewicht besaßen und besitzen dabei immer die bäuerlichen Scherenschnitte aus den Dörfern am Gelben Fluss.

Das ist ein wenig speziell, aber vielleicht kommt es ja auf Umwegen bei jemandem an …

Für das Kinoprojekt von dem Regisseur Hannes Stöhr „WIRTSCHAFTSWUNDER“
recherchiere ich deutsch-sprechende chinesische Schauspieler und deutsch-sprechende chinesische Schauspielerinnen für das HAUPTROLLEN-Casting.

GESUCHT werden

  • deutsch-sprechender CHINESISCHER Schauspieler
    Alter: 37 bis 44 Jahre
  • deutsch-sprechender CHINESISCHER Schauspieler
    Alter: 45 bis 48 Jahre
  • deutsch-sprechende CHINESISCHE Schauspielerin
    ALTER: 30 bis 35 Jahre
  • deutsch-sprechende CHINESISCHE Schauspielerin
    ALTER: 36 bis 38 Jahre

Bitte die Unterlagen mit folgenden Angaben NUR per eMail senden:

  • Name und Herkunft und ALTER
  • 1 bis 3 Farbfotos mit aktueller VITA
  • einen Link zum Demoband auf eigener Website bzw. zur Agenturwebsite

Mit herzlichen Grüssen verbleibend,

karen wendland*

info@wendlandcasting.de

karen wendland casting website

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