Mai 2010


In der Nachbarschaft zum Nymphenburger Schloss liegt dieses schöne große Haus an einer ruhigen Ecke:

Darin befindet sich die Konsularabteilung des Generalkonsulats der Volksrepublik China in München:

Im Juli 2009 haben nachts einige Personen drei Molotov-Cocktails gegen das Haus geschleudert. (mehr …)

Draußen informiert uns eine Texttafel:

Die Pagodenburg wurde als erste der Nymphenburger Parkburgen 1716 bis 1721 von dem Architekten Joseph Effner erbaut. Ihr Name leitet sich von den zahlreichen kleinen chinesischen Götteriguren im Inneren ab, die man als Pagoden bezeichnet.

Der mit holländischen Kacheln ausgeschmückte kleine Saal im Erdgeschoß sowie die mit Lackmalerei und chinesischen Tapeten dekorierten Räume im Obergeschoß erzeugen eine exotisch-chinesische Stimmung. Die Pagodenburg ist ein herausragendes Zeugnis der Chinamode im Europa des frühen 18. Jahrhunderts.

Zweimal China in München: Hinten frühes 18. Jahrhundert, vorne links frühes 21. Jahrhundert

Die Pagodenburg lässt Chinesisches allerdings nur innen sehen, und mischt es mit bayerischen, japanischen und holländischen Elementen.

Gehen wir also mal rein! (Eintritt: 2 Euro!)

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China in München:

Ingrid Jansen hat aus ihrer Kollektion von chinesischen Scherenschnitten wieder eine Ausstellung im Geranienhaus des Nymphenburger Parks gemacht. Besuchen können Sie die Ausstellung nur noch virtuell:

Treten Sie ein!

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Elisabeth Chen Ming

Taiji-Anfängerkurs

  •  Zeit: dienstags von 16.30 bis 18.00, 25.Mai-27.Juli 2010
  • Ort: in der Karlstraße 44 (Initiativgruppe e.V) (googlemap)
  • Kursgebühr: 130€ (inkl. Theoriematerial)

Die Confucius Class Munich bringt Ihnen China nahe – mit Chinesisch-Kursen, Veranstaltungen – und nun auch mit einem Taiji-Kurs:

Ab dem 25. Mai werden wir gemeinsam mit der WuYuan-Kampfkunstschule einen Taiji-Anfängerkurs veranstalten. Taiji Quan ist eine etwa 400 Jahre alte chinesische Faustkampftechnik, es ist eines der edelsten und anmutigsten chinesischen Bewegungssysteme und der Gesundheit überaus förderlich. Daher erfreut sich Taiji, so der Kurzname, mittlerweile weltweit größter Beliebtheit. Doch es stellt weit mehr als nur körperliches Training dar. Es kultiviert Körper und Geist gleichermaßen, deshalb sieht man in China das regelmäßige Praktizieren von Taiji Quan auch als einen Weg, um die positive Entwicklung des eigenen Charakters zu fördern. Im Gegensatz zum Qigong – das ausschließlich zur Gesundheitspflege betrieben wird – zählt es jedoch zum Bereich der Kampfkünste „Wushu“, da ursprünglich nahezu jede der Bewegungen eine Kampfbedeutung bzw. –Anwendung hat.

 

www.asiastudies.de
POLITIK-WIRTSCHAFT-KULTUR ASIENS

Michael Ragg

Die Entwicklung des Christentums
in der Volksrepublik China

Donnerstag 20.05.2010
18 Uhr c.t.
Oettingenstraße 67, Raum 151

„Christ sein ist in China modern“, sagt der katholische Journalist Michael Ragg. Mehrfach reiste er für das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ in das bevölkerungsreichste Land der Erde. In der AG Asien berichtet er von seinen Erfahrungen und stellt sich einer spannenden Diskussion über die Zukunft des Christentums in China und der Welt.

Die Arbeitsgruppe Politik-Wirtschaft-Kultur Asiens ist eine interdisziplinäre Initiative Studenten aller Münchner Hochschulen. In wöchentlichen Sitzungen beschäftigt sie sich mit Themen rund um Asien und versucht durch öffentliche Vorträge das Interesse an Asien zu fördern.

Mehr über die AG Asien auf www.asiastudies.de

Eine Kooperationsveranstaltung von
Stiftung ex oriente
Confucius Class Munich
und der AG Asien an der LMU

V.i.S.d.P. Thomas Kösters, Kirchenstraße 81, 81675 München; http://www.asiastudies.de; asiastudies@gmx.de

45. Jour Fixe der Stiftung ex oriente (www.china-stiftung.de)
am Freitag, den 14. Mai 2010

An die 60 Personen kamen, um den Vortrag von Frau Ingrid Jansen zu hören:

 

Unsere Religionen – in Europa und im Nahen Osten – tendieren zur Exklusion: Wenn MEINE Religion die richtige ist, dann ist DEINE Religion zwangsläufig die falsche …

Anders in China: Da gibt es tendenziell eher eine Verschmelzung von Konfuzianismus, Daosmus und Buddhismus in den gebildeten Kreisen – und abseits davon auf dem Land, auf dem Dorf die Vielfalt der volksreligiösen Götter und guten und bösen Geister. Alles, was Wert hat, verkörpert sich in Gott- und Geistwesen, denen man opfert und mit denen man verhandelt.  

Diese Zwei – der eine grimmig, der andere freundlich – stehen an der Tür und bewachen sie …

Hier noch einige Beispiele:

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Lesezirkel, 3. Treffen: 7. Mai 2010

Text des Lunyu 1.5. in Übersetzung von Ralf Moritz und von Richard Wilhelm nach dem Sprung.

>>> Hier gibt’s Info über den Lesezirkel und die Beiträge zu Lunyu 1.1 – 1.4.
Ergänzende Bemerkungen oder Einwände im Kommentarfeld.

Nächster Termin (voraussichtlich): Freitag, 4. Juni, 18.30 – 20.30 Uhr,
Confucius Class Munich, Theatinerstr. 15/V.

Überlegungen zu Lunyu 1.5.

1

Ist ein Staat mit 1000 Kriegswagen groß oder klein? – Moritz hält ihn für klein und schwach, Wilhelm für groß und mächtig: Jede Stadt, so die Anmerkung bei Wilhelm, hatte einen einzigenKriegswagen zu stellen, und dem Kaiser des Reiches unterstanden 10 000 Kriegswagen insgesamt.

Der Interpretationsunterschied: Bei Moritz sagt Konfuzius: Schon (oder: wenigstens) für einen kleinen Staat gilt …; bei Wilhelm: Sogar für einen großen Staat gilt …

2

Wer leitet den Staat? – Der Fürst natürlich. Aber auch seine Minister. Für sie gilt, was folgt. Für andere auch?

Wilhelm interpretiert: „Auch eine Großmacht läßt sich nach ganz einfachen Prinzipien in geordnetem Zustand halten.“ – Das hieße: Die Prinzipien, die sich für kleine Gemeinschaften bewähren (etwa für den Hof eines Adeligen, oder für eine Familie), sind dieselben, die auch im großen Reich gelten müssen.

Der Staat – verstanden als Große Familie … Ich habe in meiner Jugend nachdrücklich gelernt, dass das ein fatales Missverständnis ist. Große Einheiten operieren strategisch und müssen strategisch operieren, und damit unterscheiden sie sich fundamental von Familien. Angela Merkel ist nicht meine Mama, kann nicht meine Mama sein und soll und darf und will es auch nicht werden.

3

Die Leitung muss die Geschäfte achten (Wilhelm) bzw. korrekt sein: rational vorgehen, sorgfältig, verlässlich. – Es erinnert mich an das Ethos des preußischen Staates und seiner Bürokratie unter Friedrich II. und danach. Man muss die Staatsverwaltung so organisieren, dass sie nicht willkürlich wird. Ordnung ist notwendig.

4

Die Leitung muss „wahr sein“ (Wilhelm) bzw. „gewissenhaft“ (Moritz): Das würde natürlich der Erfahrung widersprechen, dass Politik generell und kategorisch macht- und nicht wahrheitsorientiert ist. Auf den Erfolg kommt es in der Politik an, nicht auf die Wahrheit.

Konfuzius setzt – idealistisch – Wahrheitsorientierung dagegen. Wahrhaftigkeit wem gegenüber? Auch dem politischen Rivalen und Gegner gegenüber? Auch dem Volk gegenüber? (Kein Wunder, dass er politisch gescheitert ist.)

Dass die Leitung eines Staates natürlich so tut, als ob sie der Wahrheit verpflichtet sei, gehört zum unvermeidlichen Arsenal der politischen Täuschung. (Richtig täuschen kann man ja nur, wenn der andere es nicht merkt. Also muss man auf jeden Fall so tun, als ob man ehrlich ist.)

Andererseits muss auch Politik auf Vertrauen bauen. Und das erwirbt man sich durch zuverlässige Treue, durch Verlässlichkeit im Umgang miteinander – nur, gehört dazu auch bedingungslose Wahrhaftigkeit?

5

Die Leitung muss „sparsam verbrauchen“ (Wilhelm) bzw. „maßhalten können“: Eigentlich banal, aber doch politisch bedeutsam: gegen Verschwendung. Wer Macht hat, dem sind kaum Grenzen gesetzt , was ihn dazu verführt, verschwenderisch zu werden.

6

Die Leitung muss „die Menschen lieben“ (beide): Liebe – ist hier nicht im romantischen „Romeo&Julia“-Sinne zu verstehen, sondern eher so wie im biblischen „Du sollst deinen Nächsten lieben!“ Liebe ist liebende Hochachtung, wie sie etwa das Kind den Eltern entgegenbringt.

„Menschen“: Vermutlich unterscheidet Konfuzius zwischen „Menschen“ (= Gleichgestellte, Hochgestellte, Adel) und „Volk“ (Untertanen, Leibeigene, Soldaten, …).

Eine andere Möglichkeit, den Unterschied zwischen „Menschen“ und „Volk“ zu deuten, wäre es, im einen Fall den Einzelmenschen, im andern das Volk als Kollektiv zu verstehen.

Aber fordert Konfuzius die Leiter des Staates wirklich auf, den Leibeigenen liebend hochzuachten? Ich habe schon Schwierigkeiten, mir vorzustellen, dass er diese liebende Hochachtung für ALLE Gleichgestellten nötig hält.

7

Die Leitung muss „das Volk benutzen entsprechend der Zeit“ (Wilhelm) bzw. dürfen die Forderungen an das Volk „nicht willkürlich“ sein (Moritz): Dies bezieht sich auf das Verhältnis der Leitung des Staates zu den Untertanen, also den Leibeigenen und Tagelöhnern und Handwerkern und Kaufleuten – ich weiß nicht, wie weit herauf. Volk ist, so scheint es, nicht identisch mit den vorher genannten „Menschen“.

Bedeutung für heute:

Vor allem die Forderung nach Korrektheit und Gewissenhaftigkeit ist ein starkes konfuzianisches Argument gegen Korruption. Korruption ist bekanntlich eines der Hauptübel, mit dem der Fortschritt in China zu kämpfen hat. Zuverlässig rechtsstaatliche Handlungsweise von Justiz, Bürokratie und Politik können aus der Lehre des Konfuzius direkt abgeleitet werden.

Wenn man zweitens zeitgemäß nicht mehr zwischen „Menschen“ und „Volk“ trennt, dann könnte man „Liebe“ als paternalistische Fürsorge der Elite für das Volk sehen: Die Partei sorgt für das Volk, und damit sie es tun kann, muss es das Volk lieben und darf es das Volk zwar benutzen, aber nicht überfordern.

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