45. Jour Fixe der Stiftung ex oriente (www.china-stiftung.de)
am Freitag, den 14. Mai 2010

An die 60 Personen kamen, um den Vortrag von Frau Ingrid Jansen zu hören:

 

Unsere Religionen – in Europa und im Nahen Osten – tendieren zur Exklusion: Wenn MEINE Religion die richtige ist, dann ist DEINE Religion zwangsläufig die falsche …

Anders in China: Da gibt es tendenziell eher eine Verschmelzung von Konfuzianismus, Daosmus und Buddhismus in den gebildeten Kreisen – und abseits davon auf dem Land, auf dem Dorf die Vielfalt der volksreligiösen Götter und guten und bösen Geister. Alles, was Wert hat, verkörpert sich in Gott- und Geistwesen, denen man opfert und mit denen man verhandelt.  

Diese Zwei – der eine grimmig, der andere freundlich – stehen an der Tür und bewachen sie …

Hier noch einige Beispiele:

Die Göttin der Barmherzigkeit mit ihren vielen segensreichen Händen.

Und hier der Erdgott, der wichtigste Gott im Dorf:

Der Erdgott gehört zu den niederen „Beamten“ im daoistischen Pantheon. Aber in der Volksreligion war er sehr populär. Die meisten Chinesen lebten in der Landwirtschaft, und in vielen Häusern gab es Nischen für den Erdgott und den Himmelsgott. Auf den Feldern errichtete man kleine Tempel für den Erdgott und opferte ihm, um vor Überschwemmung, Dürre und Hungersnöten geschützt zu werden.

In der Mao-Zeit war auch die Verehrung des Erdgottes als „Aberglaube“ in Verruf geraten. Heute lebt der alte Brauch wieder auf, und man bittet den Erdgott ebenfalls um Gesundheit und Wohlstand.

Dargestellt wird der Erdgott als alter Mann mit einem langen weißen Bart. In der rechten Hand hält er einen hölzernen Stock mit einem Drachenkopf, denn der Drache ist der Herr der Gewässer. In der linken Hand sehen wir einen Goldbarren in Form eines Schiffchens, der Reichtum verspricht. Seine Beamtenkleidung und besonders seine Kopfbedeckung löst sich in Glück bringenden Symbolen auf.

Vom 21. bis zum 26. Mai gibt es im Nymphenburger Geranienhaus (im Schlosspark) eine Ausstellung zu diesen Scherenschnitten, täglich von 10.00 – 19.30 Uhr. Ingrid und Theo Jansen werden abwechselnd anwesend sein und interessierten Besuchern alles genau erklären.

Am Donnerstag, den 20. Mai um 19.00 Uhr wird die Ausstellung eröffnet.

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