In der Nachbarschaft zum Nymphenburger Schloss liegt dieses schöne große Haus an einer ruhigen Ecke:

Darin befindet sich die Konsularabteilung des Generalkonsulats der Volksrepublik China in München:

Im Juli 2009 haben nachts einige Personen drei Molotov-Cocktails gegen das Haus geschleudert.

Die Fahne verbrannte, an der Hauswand gab es Rauchniederschlag. Man vermutet, dass die Täter zu den in München lebenden Exil-Uiguren gehören, die hier in der Stadt ihr Exil-Zentrum haben. (Zur selben Zeit gab es in Xinjiang Ausschreitungen.)

Die chinesische Seite erhöhte daraufhin den Zaun (das Fahrrad davor ist meins)

und bat um Polizeipräsenz. Das Polizeihäuschen ist links hinten, das mit dem blauen Balken. Das flache Gebäude rechts davon gehört noch zum Schloss Nymphenburg.

Als ich diese Fotos machte, war ein netter, aber wohl auch etwas gelangweilter Polizist einsatzbereit drin. Wär ein Job für mich, dachte ich – da könnte ich stundenlang ungestört lesen und würde mir nebenbei noch meinen Lebensunterhalt verdienen. Zumindest jetzt noch hätte ich Ruhe – die Zeiten könnten härter werden.

Hier ein Bericht über die Ereignisse vom Juli 2009 in München:

Uiguren-Konflikt
China rät zu Vorsicht bei Reisen nach München

Das Außenministerium in Peking hat Chinesen zur Vorsicht bei Reisen in die bayerische Landeshauptstadt geraten. Auslöser waren Übergriffe von Uiguren auf eine chinesische Reisegruppe Anfang der Woche. Innenminister Joachim Herrmann sagte, „diese Warnung entbehrt jeder vernünftigen Grundlage“.

Auf dem Münchner Marienplatz hatten am Dienstag uigurische Demonstranten eine chinesische Reisegruppe tätlich angegriffen. In München lebt nicht nur eine sehr große uigurische Gemeinde, hier hat auch die Deutschlandvertretung des oppositionellen Uigurischen Weltkongresses (WUC) ihren Sitz. WUC-Vizepräsident Ansgar Can hatte den Angriff verurteilt.

Bereits in der Nacht zum Montag war auf das Generalkonsulat der Volksrepublik in München ein Brandanschlag verübt worden, der ohne große Folgen blieb.

Innenministerium: Chinesen in Bayern absolut sicher

Das chinesische Außenministerium forderte die deutschen Behörden auf, „effektive Maßnahmen zum Schutz des Lebens und des Eigentums von Chinesen in Deutschland“ zu ergreifen.

Das bayerische Innenministerium reagierte mit Unverständnis. Herrmann sagte, der Vorfall am Marienplatz sei ein absoluter Einzelfall. Alle chinesischen Staatsbürger seinen in Bayern und München absolut sicher. „Wir können keine wirklichen Sicherheitsrisiken für chinesische Staatsbürger erkennen“, so Herrmann.

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