Juni 2010


Frauen in Chefetagen – Frauen als Managerinnen in der Wirtschaft sind immer noch in der Minderheit. Sie holen in einigen Ländern auf, fallen in anderen zurück.

Wo stehen hier Deutschland und China? Was sagt Ihnen dazu Ihre Intuition?

Reihen Sie die folgenden 10 Länder nach dem Anteil von Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen (senior management positions).

Der Durchschnitt beträgt 24%.
5 Länder liegen drüber, 5 drunter.
Das frauenstärkste Land liegt bei 42%, das frauenschwächste bei 7%.

Hier nun die 10 Länder in alphabetischer Reihenfolge. Kopieren Sie sich erst diese Liste, schreiben Sie dann 1 in die Klammer hinter das Land, das Ihrer Meinung nach den höchsten Frauenanteil an Managerinnen hat, etc, – und klicken Sie bitte erst dann auf Weiterlesen, um zu sehen, wie Sie’s getroffen haben!

Brasilien (  )
China (  )
Deutschland (  )
Frankreich (  )
Indien (  )
Japan (  )
Polen (  )
Russland (  )
Türkei (  )
USA  (  )

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Lesezirkel, 4. Treffen: 4. Juni 2010 (2. Teil)

Text des Lunyu 1.8. in Übersetzung von Ralf Moritz und von Richard Wilhelm nach dem Sprung.

>>> Hier gibt’s Info über den Lesezirkel und die Beiträge zu Lunyu 1.1 – 1.7.
Ergänzende Bemerkungen oder Einwände im Kommentarfeld.

Nächster Termin: Freitag, 2. Juli, 18.30 – 20.30 Uhr,
Confucius Class Munich, Theatinerstr. 15/V.

Überlegungen zu Lunyu 1.8.

Erstens soll ich mich (als Edler) gesetzt und ernst geben, zweitens soll ich ständig dazulernen, drittens immer treu, zuverlässig und aufrichtig sein, viertens mich an gleichwertige Freunde halten, fünftens meine Fehler korrigieren.

Es ist heute in unserer Kultur eher befremdlich, wenn sich Angehörige der Elite gesetzt und ernst gebe – gerade von ihnen verlangt man in der Öffentlichkeit eine gewisse Jovialität und Lockerheit. Charme zieht mehr als Ernst, Gravitätisches kommt nicht gut an. Wie kommt es zu diesem Aspekt des Kulturwandels? 5000 Jahre lang war es selbstverständlich, dass das Führungspersonal ernst und gesetzt auftritt … und plötzlich mögen es die Leute nicht mehr! Ist das Demokratie?

Das Dazulernen ist gerade auch heute eine Notwendigkeit – nicht nur für die Elite, die „Edlen“, sondern für fast alle, die sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten wollen. Meinen wir aber damit dasselbe wie Konfuzius? Vermutlich nicht. Gebildet sein bedeutet nicht, Qualifikationen für den Arbeitsmarkt zu haben. Humboldts klassisches Berlin steht hier Konfuzius näher als „Bologna“.

Immer „treu, zuverlässig und aufrichtig“ zu sein – darüber habe ich schon zu früheren Kapiteln des Lunyu einiges gesagt – vom machiavellistischen Standpunkt aus habe ich es in Frage gestellt: Führungspersonal (= „Der Fürst“) soll nur so scheinen, darf es aber nicht sein … Anders steht es mit Treu und Glauben sich selbst gegenüber – doch das Problem der Selbsttäuschung war wohl für Konfuzius seinerzeit noch keine Frage.

Freundschaft – hegt man nur mit wenigen in seinem Leben. Der Freundschaftsbegriff bei Konfuzius dürfe kein „amerikanischer“ sein. Freundschaft geht tief und gilt bedingungslos. Was würden wir dann als einen unser selbst „unwürdigen“ Freund bezeichnen?

Bemerkenswert ist der letzte dieser Punkte. Konfuzius weiß, dass er Fehler macht. Der Edle ist nicht so arrogant und selbstgerecht, dass er nicht ständig damit rechnet, Fehler zu machen. Welche Fehler sind das, die der „Edle“ (die Führungspersönlichkeit) machen könnte?

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Einladung zum 47. Jour Fixe
der Stiftung ex oriente 
Chinas Sprache, Kultur und Wirtschaft in Deutschland

am Freitag, den 09. Juli 2010
um 19.30 Uhr
Kardinal-Faulhaber-Straße 10, 4. Stock, 80333 München

Filmvorführung

von Herrn Thomas Gonschior
mit dem Titel

„Buddhas Maler –
Die buddhistische Kunsttradition der Mongolen.“

Herr Gonschior studierte Politik, Sinologie und Religionswissenschaften in Berlin und Taipeh. Er spricht fließend Chinesisch und arbeitete unter anderem beim  MDR Fernsehen und beim ZDF, z.B. für die Olympiade in Peking.

Siebzig Jahre lang lagen große Teile der Kultur der Mongolen und somit auch die buddhistische Kunsttradition brach. Seit einigen Jahren erlebt die Kunst und Kultur in der Mongolei wieder einen Aufschwung.

In dem Dokumentarfilm „ Buddhas Maler“ beschreibt der Regisseur und Produzent Thomas Gonschior die Wiedergeburt des Buddhismus in der Mongolei und gibt dem Zuschauer einen Einblick in die vielseitige Kultur eines weit entfernten Landes.

Der Hauptprotagonist, Herr Lama Purevbat, Leiter des „Mongolian Institute of Buddhist Art“, erklärt die Bedeutung der Meisterwerke, vor allem der buddhistischen Malerei, anhand von einigen Beispielen.

Begleitet werden die Erklärungen Purevbats zur buddhistischen Kunst von Aufnahmen der mongolischen Landschaft, die durch ihre Ruhe und Schönheit bestechen.

Nach der Filmvorführung lädt Thomas Gonschior zu Diskussionen und Fragen zum Thema ein.

Bagua Zhang Seminar
mit den Bagua‐/Xingyi‐ Meistern Sha Junjie und Li Bin
八挂掌短训班

Wo: WuYuan‐Schule,
Lerchenauerstr. 230, 80935 München
(089) 13039559, www.wuyuan.de

Wann: Sa. 24.‐ So. 25. Juli 2010
Von Sa. 9:oo morgens bis So. ca. 15 h (ca. 6 Stunden pro Tag)

Kosten: 180,‐‐ Euro für 2 Tage

Inhalt: Bagua Einzel/Partnerform, Unterricht für Anfänger & Fortgeschrittene

Bei wem: Sha Junie & Li Bin
Sha Junjie und Li Bin genießen einen hervorragenden Ruf als versierte Kampfkünstler und äußerst erfolgreiche Sportler. Sie überzeugen durch Ihre Kompetenz und ihr sympathisches Auftreten. Sha Junjie, Sohn des berühmten Bagua‐/Xingyi Großmeisters Sha Guozheng, ist Träger des 7. Duan und anerkannter Meister unzähliger Wushu Disziplinen. Er und seine Frau Li Bin, ebenfalls langjährige Schülerin von Sha Guozheng und Trägerin des 7. Duan, verstehen es einfühlsam und unverblümt die Kunst des Bagua zu vermitteln.

Anmeldung
ab sofort unter info@wuyuan.de
Betreff „Bagua‐Seminar“
Anmeldeschluss: So. 11. Juli 2010 bzw. so lange es noch Plätze gibt

"Dem Volk ist das Essen der Himmel." Mir ging's hier auch so.

45. Jour Fixe der Stiftung ex oriente  (www.china-stiftung.de)

am Freitag, den 11. Juni 2010
diesmal in der InitiativGruppe, Karlstr. 50

Die älteste – und unbestritten höchste – Kochkultur der Welt wird etwa 70 bis 80 Gästen vorgestellt.

Gerhard Losher, Redaktionsleiter des bayerischen Fernsehens; Weihua Li

Gerhard Losher schilderte eine gelungene deutsch-chinesische Zusammenarbeit beim Film-Kochen. Weihua LI garnierte den Vortrag mit Info, Witz und Weisheit zum Thema Kochen & Essen.

Fingerfood1: Klicken Sie auf das Foto, und ein Röllchen springt Ihnen in den Mund!

Die Kulturrevolution (1966-76) hat fast die gesamte traditionelle Chinesische Kultur zerstört – aber die Koch- und Esskultur hat unbeschadet überlebt.

Fingerfood2

Das Essen ist den Chinesen wichtiger als uns Deutschen. Das merkt man in vielerlei Hinsicht … Deutsche sind überrascht, wie viele Köche in einer Küche arbeiten – 20 – 30 in einem mittelgroßen Restaurant. Dazu kommen noch ebenso viele Bedienungen. Köche haben in China auch einen höheren Status als in Deutschland. Selber gut kochen zu können gehört außerdem zur Bildung eines Menschen.

Fingerfood3 (hier: von zauberhaft sanfter Süße)

Einige Besonderheiten im chinesischen Restaurant – in China (!):

  • Man gibt kein Trinkgeld – es wäre ein Affront!
  • Es gibt kaum Wartezeit. Man bestellt, und in 5 Minuten steht das Essen auf dem Tisch.
  • Heute bevorzugt man Bier – Tee ist out.
  • Auch Reis ist weniger selbstverständlich als bei uns.
  • Der Tisch ist rund: das steht für Harmonie, ist praktisch (macht den Drehtisch in der Mitte möglich, so dass alle von den bestellten Speisen kosten können) und fördert das Wirgefühl.
  • Der runde Tisch ist trotzdem hierarchisch geordnet. Die Gäste werden nach Wichtigkeit platziert. Platz Nummer 1 schaut zur Tür und ist für den Gastgeber. Von diesem Platz aus ist rechts die gute, links die weniger gute Seite. Je näher beim Gastgeber, desto besser. Der Vize sitzt genau gegenüber dem Chef und zahlt die Rechnung.

Smalltalk mit Fingerfood im Hof der InitiativGruppe

Eigentlich muss was übrig bleiben. Die Köche und Gastgeber legen großen Wert darauf! Dieses Ziel wurde am Freitag verfehlt – es waren zu viele Gäste da …

Das Ende: eine saubere Angelegenheit. Man braucht weder Finger noch Teller nicht zu waschen.

Zum Schluss noch Weihua Li’s besten Witz:

Auf Deutsch sagt man: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.“

Auf Chinesisch: „Ein totes Schwein hat keine Angst vor dem kochenden Wasser.“

Mit Horst Kleemaier genieße ich eine weitere Köstlichkeit aus China: Wir studieren zusammen Konfuzius in einem Lesezirkel des Konfuzius-Instituts.

Lesezirkel, 4. Treffen: 4. Juni 2010 (1. Teil)

Text des Lunyu 1.7. in Übersetzung von Ralf Moritz und von Richard Wilhelm nach dem Sprung.

>>> Hier gibt’s Info über den Lesezirkel und die Beiträge zu Lunyu 1.1 – 1.6.
Ergänzende Bemerkungen oder Einwände im Kommentarfeld.

Nächster Termin: Freitag, 2. Juli, 18.30 – 20.30 Uhr,
Confucius Class Munich, Theatinerstr. 15/V.

Überlegungen zu Lunyu 1.7.

Ob jemand gebildet ist, ist zunächst keine Frage der Büchergelehrsamkeit, meint ein Schüler von Konfuzius. Es ist eine Frage des Charakters: Der Mensch mit guter Bildung folgt dem Beispiel der Gebildeten; er dient mit allen Kräften seinen Eltern, er dient seinem Fürsten bis in den Tod und steht Freunden gegenüber zu seinem Wort.

An wem orientieren wir uns heute? – An Stars. An den Peers. Was der Nachbar hat, muss ich auch haben, was der Nachbar machen darf, darf ich auch … Früher hätte man vielleicht noch Albert Schweitzer als Vorbild genannt, heute ist es aus der Mode, überhaupt ein Vorbild zu haben. Dafür hat man einen „Traum“.  

Wem dienen wir heute? – Sicher kaum unseren Eltern. Die leben allein und werden bestenfalls besucht. Sind sie hinfällig geworden, werden sie ins Altersheim abgeschoben.

Dienen wir heute einem Herrscher? – Einerseits gibt es keine Fürsten mehr, denen zu dienen wäre – andererseits könnte man sagen: Das Volk herrscht, denn wir haben Demokratie. Dienen wir dem Volk? Der Nation? – Das war einmal durchaus eine starke Idee. Im Dritten Reich wurde sie weitgehend diskreditiert. Immerhin konnte J. F. Kennedy noch sagen: „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, frag, was du für dein Land tun kannst.“ Es gibt also vielleicht noch Restbestände an Motivation, seinem Land zu dienen, aber im wesentlichen dienen wir nur uns selbst, auf dass es unserem Ego wohlergehe.

Sind wir im Umgang mit Freunden immer aufrichtig? – Dazu müssten wir erstens mutig sein, den Aufrichtigkeit ist riskant. Zweitens müssten wir genau wissen, was eigentlich die Wahrheit ist – und ich zweifle, dass wir das immer so genau wissen wollen. Lässt sich denn Wahrheit in unserer Kultur der Beliebigkeit nicht bequem manipulieren? Fakten sind doch immer nur subjektiv? Was soll den wirklich objektiv gelten? – Eine Voraussetzung für Aufrichtigkeit ist insofern nicht mehr gegeben: eine objektive Realität. Ein weiteres Problem folgt aus der überbordenden Subjektivität des modernen Menschen: Will ich meine Freunde mit allen meinen subjektiven Verrücktheiten überfallen und belasten – nur um ihnen gegenüber ganz spontan und authentisch zu sein?

Wenn ich mir Konfuzius vorstelle, wie er mit mir zusammen konversierend durch München spaziert, meine ich, ihm mit solchen melancholischen Gedanken näher zu kommen.

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Die CCM berichtet:

Die Confucius Class Munich organisiert mit der Fremdsprachenuniversität Beijing  die Lehrerfortbildung 2010

Die Confucius Class Munich und die Fremdsprachenuniversität Beijing  haben zusammen vom 25. – 26. Mai 2010 eine Fortbildung für Lehrer, die Chinesisch als Fremdsprache unterrichten, abgehalten.

Der Direktor der Chinesischabteilung der Fremdsprachenuniversität Peking, Professor WEI Chongxin, und die Lehrerinnen LIU Fangfang,  JI  Wei und LAI Jingqing  stellten die Grundlagen des Chinesischunterrichts als Fremdsprache sowie Unterrichtsmethoden vor und gaben eine Einführung in die Vorbereitung des neuen HSKs.

Insgesamt nahmen 28 Chinesischlehrer an der Fortbildung teil, von denen die meisten schon viel Erfahrung im Chinesisch unterrichten im Ausland mitbrachten. 

Es gab viele positive Rückmeldungen über die Lehrerfortbildung. Besonders gut aufgenommen wurden die Anschaulichkeit und die genaue Erklärung der Unterrichtstechniken und die spezielle Ausrichtung der Fortbildung auf die Bedürfnisse und Fragen der Chinesischlehrer im Ausland.

Von diesem Jahr an hoffen die Lehrer jedes Jahr eine solche Lehrerfortbildung druchführen zu können, um auch in Zukunft für Austausch über aktuelle Themen und Lehrmethoden zu sorgen.

Um auf regulärer Basis Fachkräfte für den Chinesischunterricht weiterzubilden, wird Confucius Class Munich die Zusammenarbeit mit Experten des Chinesischen Sprachunterrichts weiter fördern.

Dadurch soll eine Brücke zwischen den Lehrern und den Experten geschaffen werden, um einen Beitrag zur stetigen Verbesserung des Standards des Chinesischunterrichts für Ausländer außerhalb Chinas zu leisten.

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