November 2012


am Freitag, den 14. Dezember 2012

Kardinal-Faulhaber-Straße 10, 4. Stock,

c/o P+P Kanzlei Pöllath + Partners
80333 München

um 19:30 Uhr

„China und Internet“

Soziokultureller Aspekt modernster Technik

Vortrag von Dr. Peter Becker

China ist in kürzester Zeit (wieder) zu einer Weltmacht aufgestiegen und ein Wirtschaftsgigant geworden. Dies trifft auch auf die modernste IT-Technik zu. China ist nicht nur ein Produzent von Hightech-Kommunikationsmitteln, sondern selbst auch ein Konsument geworden und zwar führend vor USA und Europa. Die wachsende Zahl der Internet-Benutzer und damit auch der Zugang zu Informationen weltweit schafft auch automatisch soziokulturelle Probleme in der Gesellschaft neben Problemen der Zensur und Kontrolle. Entwicklung und Auswirkungen von Internet auf die chinesische Bevölkerung sind Thema dieses Vortrags.

Dr. Becker hat ein Sprachdiplom der Universität Hongkong und spricht fließend Chinesisch. In lang¬jähriger Berufserfahrung beim Auswärtigen Amt als Botschaftsrat an den deutschen Botschaften in Kairo und Peking konnte Dr. Becker authentische Eindrücke in verschiedenste interkulturelle Kontexte gewinnen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

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Das chinesische Rechtssystem hat eine 4000-jährige Geschichte. Mit der Gründung der Volksrepublik etablierte sich ein Rechtssystem in China, das im Unterschied zum westlichen Rechtssystem seine eigene Entwicklungslogik und Besonderheiten besitzt. Um deutschem Publikum einen aktuellen Einblick in chinesische Gesetze zu bieten, luden die Konfuzius-Institute in München, Frankfurt und Hamburg in Kooperation mit der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Augsburg und der Universität Augsburg eine chinesische Expertengruppe der Fudan Universität nach Deutschland zum Vortrag ein. In der Delegation sind Herr Shen Xiaoxiao (Leiter des Instituts für internationalen Kulturaustausch), Herr Yuan Xin (Leiter des Instituts für Philosophie) und Herr Lu Zhi-an (Associate Professor an der School of Law der Fudan Universität, China, Experte in Völkerrecht).

Nach den gut besuchten Vorträgen in Frankfurt und Augsburg hielt Herr Prof. Dr. Lu Zhi-an am 09.11.2012 im Konfuzius-Institut München einen  Vortrag zu „Gesetzen und Rechtssystem in China“. Vor dem eigentlichen Vortragsbeginn bedankte sich die Delegation bei unserem Institut für die Einladung und überreichte uns als Andenken einen Kunstteller mit dem Fudan-Logo.

Im ersten Teil des Vortrags brachte Herr Prof. Lu dem Publikum die Geschichte der chinesischen Gesetze näher, die in die Xia-Dynastie zurückreichen. Die erste umfassende kanonische Schrift über Gesetze wurde 407 v. Chr. von den Legalisten verfasst.  Der Legalismus (法家, Deutsch:„Gesetzesschule“)ist, wie der Konfuzianismus, eine Richtung der chinesischen Philosophie. Diese Schule sieht ein Prinzip aus Belohnung und Bestrafung als Kern für staatliche Gewalt. Legalismus erreichte seinen Höhepunkt in der Qin-Dynastie, deren Kaiser China zum ersten Mal in der Geschichte zu einem Reich vereinigte. Die Qin-Dynastie wurde – vor allem aufgrund der Grausamkeit der Strafgesetze – durch die Han-Dynastie abgelöst. Danach verlor der Legalismus seine Bedeutung. Stattdessen stieg der Konfuzianismus zur führenden philosophischen Schule auf, dessen Schwerpunkt auf Riten und Moral liegt. In der Qing-Dynastie begann die Regierung, sich an westliche Gesetze zu orientieren.

Im zweiten Teil des Vortrags stellte Herr Prof. Lu Chinas Rechtssystem nach der Gründung der Volksrepublik vor. Die erste moderne Verfassung trat 1954 in Kraft. Danach bemühte sich die chinesische Führung, China zu einem Rechtsstaat umzustrukturieren. Bis 2011 wurden 240 Gesetze, 706 Verwaltungsordnungen und 860 lokale rechtliche Verordnungen verabschiedet. Laut Herrn Lu befinde sich China aus rechtsstaatlicher Sicht seit 2011 in einer neuen Phase, deren Hauptaufgabe in der Vervollständigung und Modifizierung des Rechtssystems liege. Herr Lu erklärte uns abschließend das System der chinesischen Gerichtshöfe und gerichtlichen Instanzen.

Dem Vortrag folgte eine begeisterte Fragerunde. Zahlreiche interessante und aktuelle Fragen wurden diskutiert.

Die Nachfrage nach Chinesisch als Fremdsprache wird seit Jahren immer größer. Das Konfuzius-Institut München bot vom 26. bis 28.10. ein dreitätiges Fortbildungsseminar für Chinesisch-Lehrkräfte in Bayern an, um das Niveau des Chinesisch-Unterrichts durch lokale Lehrkräfte zu fördern. Ziel war es auch, neue Lehrkonzepte und aktuelles Lehrmaterial vorzustellen. Das Seminar umfasste die Didaktik der Vermittlung von Aussprache, Wortschatz, Grammatik und Schriftzeichen. Die beiden Unterrichtswerke „Greatwall Chinese“ und „Kuaile Hanyu“ wurden von ihren Verfassern persönlich präsentiert. Auch Unterrichtsbeobachtung und Lehrverhaltenstraining waren Inhalt des Seminars.

Das Seminar wurde von vier renommierten chinesischen Experten für Chinesisch als Fremdsprache geleitet. Es waren Frau Prof. Li Xiaoqi vom Institut für Chinesisch als Fremdsprache der Universität Beijing; Frau Deng Xiujun, Dozentin für Chinesisch als Fremdsprache an der Zentralen Nationalitäten-Universität; Frau Fang Jie, Leiterin der chinesischen Seite des Konfuzius-Instituts und Herr Dr. Meng Lingqi, der Geschäftsführer des Konfuzius-Instituts.

32 Chinesisch-Lehrerinnen und -Lehrer haben an dem Fortbildungsseminar teilgenommen, darunter eine deutsche und 24 chinesische Lehrer, die Unterricht in Deutschland anbieten sowie sieben Hanban-Freiwillige.  Manche von ihnen arbeiten in Sinologie-Instituten oder Sprachzentren an Universitäten; während manche in deutschen Schulen oder Sprachinstituten Chinesisch unterrichten. Die Lehrer, die das Seminar erfolgreich besucht hatten, erhielten ein von Hanban ausgestelltes Zertifikat.

Die Fortbildungsveranstaltung des Konfuzius-Institut München war ein von der Lehrmaterial-Abteilung des Hanban unterstütztes Programm, das speziell an lokale Chinesisch-Lehrkräfte gerichtet war. Dadurch sollten die unterschiedlichen Merkmale von verschiedenen Chinesisch-Lehrbüchern besser verstanden werden. Auch die Vielfalt der Lehrmethoden  wurde gefördert.

Das Seminar kam bei den beteiligten Lehrern sehr gut an. Frau Dr. Han Ruixin meinte, dass die Lehrkonzepte durch die im Seminar vorstellten Inhalte klarer und strukturierter wurden. Frau Chen Yelai, die Chinesisch am Deutschherren-Gymnasium Aichach gibt, brachte zum Ausdruck, dass das Seminar dazu führte, sich Gedanken über latente Probleme zu machen. Auch Frau Sun Wei und Frau Liu Xiaoqian aus Bamberg freuten sich über die zwei im Seminar vorgestellten Lehrbücher, die für sie neu waren.

Als letzter Teil des Fortbildungsseminars wurden ca. drei Stunden Zeit für freien Meinungsaustausch zwischen Experten und Teilnehmern eingeplant. Es kamen zahlreiche interessante Fragen aus den Reihen der Seminarteilnehmer. Es kam zu lebhaften Diskussionen. Vielfach wurde der Wunsch nach dem nächsten Fortbildungsseminar geäußert.

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am Freitag, den 09. November 2012

Kardinal-Faulhaber-Straße 10, 4. Stock,

um 19:30 Uhr

Vortrag: Gesetze und Rechtssystem in China

von Lu Zhi-an, Ph.D

Die chinesischen Gesetze haben eine Geschichte von 4000 Jahren. Mit der Gründung der Volksrepublik etablierte sich ein Rechtssystem in China, das im Unterschied zum Westlichen seine eigene Entwicklungslogik und Besonderheiten besitzt. Im Vortrag werden vor allem die Fragen behandeln, wie das Rechtssystem in China zur Zeit aussieht und sich mit der Zeit entwickelt, welche Rollen verschiedene Instanzen bei der Gesetzgebung und deren Anwendung spielen.

Herr Lu Zhi-an ist Associate Professor an der School of Law der Fudan-Universität, China, und ein Experte für das Völkerrecht.

Der Vortrag ist auf Chinesischer Sprache und wird von Fr. Nelly Ma ins Deutsche übersetzt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!