Januar 2013


Zusammen lernen. Eine Sprache lernt man am besten, wenn man sie anwendet und welche bessere Möglichkeit gibt es dafür, als echte Muttersprachler kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.

Deshalb veranstalteten wir vom Konfuzius-Institut München am 18.Januar unser erstes Sprachtandem. Eingeladen war jeder der Interesse hat und so waren wir sehr gespannt, wer kommen würde. Nach und nach fand sich eine buntgemischte Gruppe in unseren Räumlichkeiten in der Schwanthalerstr. 69 ein. Es erschienen sowohl Schüler aus unserem Institut, Studenten oder Ehepaare, die erst seit kurzem in Deutschland leben. Am Eingang erhielt jeder Teilnehmer einen bunten Zettel, der verriet welche Sprache derjenige lernen wollte, Chinesisch oder Deutsch.

Alle waren gespannt wie so ein Tandem ablaufen würde.  Nach ein paar kurzen Willkommensworten, wurde das Tandem eröffnet. Wir wollten wenige Vorgaben machen, sondern den Leuten einfach die Chance geben, sich in einer zwanglosen und angenehmen Umgebung kennenzulernen. Unsere Gäste saßen in kleinen Gruppen zusammen und hatten die Möglichkeit sich zu unterhalten und auszutauschen. Nach ca. 15 Minuten wurden die Gruppen neu gemischt. Natürlich hielten wir ein paar Tricks in der Hinterhand, um unsere Teilnehmer zu Gesprächen zu animieren und sich spielerisch kennenzulernen. Diese waren jedoch gar nicht nötig. Es herrschte sofort eine gemütliche Atmosphäre, in der sich alle angeregt und lebhaft unterhielten. So hatten sich schon nach kurzer Zeit die ersten Tandempaare bereits gefunden.

Getränke und ein paar Snacks gab es an unserem kleinen Buffet, das sich bald zu einem zweiten Treffpunkt entwickelte, an dem man wieder neue Gesprächspartner traf.

Die Resonanz auf unseren Abend war durchweg positiv. Alle hatten Freude daran neue Leute kennenzulernen und es wurde über die unterschiedlichsten Themen gesprochen. Als wir unsere Räumlichkeiten um 21 Uhr verlassen mussten, waren die meisten erstaunt wie schnell die Zeit vergangen war. Aber schon am 15.Februar findet unser nächster Sprachtandem statt und wir freuen uns sehr neue wie alte Gesichter wieder begrüßen zu dürfen.

 

Sprachtandem 2

Sie haben auch Interesse? Kommen Sie Vorbei!

Weitere Termine finden Sie hier auf unserer Homepage. Jeder ist herzlich willkommen.

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An unserem ersten Jour Fix im Jahr 2013 hielt Dr. Paul Gerhardt einen Vortrag über die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und China.

Interkulturalität bezeichnet ein auf Verständigung gerichtetes Verhalten. Dieses Verhalten und ein enger Kulturaustausch werden gerade heute in einer globalisierten Welt immer wichtiger. Die Anfänge der deutsch-chinesischen kulturellen Verbindungen reichen jedoch weit in die Geschichte zurück und haben ihren Ursprung u.a. in den Errungenschaften des deutschen Arztes Dr. Erich Paulun. Dieser gründete 1900 ein Krankenhaus mit dem Namen Tung-Chee (heute Tongji-Hospital) in Shanghai, in dem sich die arme chinesische Bevölkerung kostenlos behandelt lassen konnte. Diese deutsch-chinesische Kooperation entwickelte sich bald weiter und führe 1907 zur Gründung der deutschen Medizinschule für Chinesen, die 1916 bereits 204 Medizinstudenten zählte. 1912 schloss sich der Medizinschule eine deutschen Ingenieurschule an. Unterstützt wurde diese von zahlreichen deutschen Firmen, die am chinesischen Markt interessiert waren, darunter Krupp, Thyssen und Siemens. Eine Sprachschule bereitete die chinesischen Schüler auf das deutschsprachige Fachstudium vor.

Die Konflikte des ersten Weltkrieges führten zur vorübergehenden Schließung und schließlich zum Übergang der Hochschule in chinesischen Besitz. 1924 wurde die Schule schließlich als  chinesische Tongji-Universität wiedereröffnet. Auch während des zweiten Weltkrieges erlitt das Projekt zahlreiche Niederschläge, so wurden beispielsweise zahlreiche Gebäude zerstört. Trotzdem  wurde der Kulturaustausch auf dem Gebiet der Medizin nicht aufgegeben und 1984 kam es zur Gründung der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin. Das Ziel dieser Gesellschaft ist es den Austausch von Wissenschaftlern, Ärzten und Studenten, sowie den Austausch von Erfahrungen im Auf- und Ausbau der medizinischen Versorgung der Bevölkerung, zu fördern.

Dieses herausragende Beispiel für eine gelungene deutsch-chinesische Kooperation zeigt uns was möglich ist. Denn trotz zahlreicher kultureller Verbindungen, gibt es noch viele Schwachstellen. So bedarf beispielswese der deutsch-chinesische Studentenaustausch größerer Unterstützung und Aufmerksamkeit. Vor allem der Leitungsdruck und wenig Kontaktmöglichkeiten zu Einheimischen schmälern den interkulturellen Austausch und die gegenseitige Verständigung während des Auslandsaufenthalts.

Ziel von Herrn Dr. Paul Gerhardt ist es auch deshalb, zu Ehren von Dr. Erich Paulun, eine Gesellschaft in seinem Namen zu gründen, die das Verständnis füreinander und das Lernen voneinander fördern soll.

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Einladung zum 75. Jour Fixe

der Stiftung Chinas Sprache, Kultur und Wirtschaft in Deutschland

am Freitag, den 08. Februar 2013

Kardinal-Faulhaber-Straße 10, 4. Stock,

c/o P+P Kanzlei Pöllath + Partners
80333 München

um 19:30 Uhr

Vortrag:

 Verwirklichung der eigenen Bestimmung und karmische Vergeltung

      – Eine Glückseligkeitslehre aus der späten Ming-Zeit

Prof. Dr. Martin Lehnert
Ludwig-Maximilians-Universität München
Japan-Zentrum

Unter den Moraltraktaten aus der späten Ming-Zeit zählen die „Vier Instruktionen des Liaofan“ (Liaofan si xun) zu jenen Ratgebern, die sich durch einen systematischen Ansatz auszeichnen.

Angesichts der ökonomischen und sozialen Krisen, die den Untergang des Ming-Reiches (1368-1644) einläuteten, wendet sich ein hoher Beamter an seinen Sohn mit einer bekenntnishaften Lehre über die rechte Lebensführung. Schicksal, Ambitionen, sozialer Status und karmische Vergeltung sind die Variablen einer ebenso buddhistisch wie konfuzianisch inspirierten kasuistischen Moralauffassung, welche generationenübergreifend Handeln und Bewusstsein des Einzelnen auf die Besserung der Gemeinschaft verpflichtet.

Ein Schlüssel zu ihrem Verständnis ist ein Zitat aus dem konfuzianischen Klassiker „Menzius“: „Wenn der König nur wirklich die Musik recht liebt, so kann aus dem Staat Qi noch etwas werden.“

Der Vortrag gibt eine systematische Einführung in ein herausragendes Beispiel mingzeitlicher Glückseligkeitslehren im Zusammenhang der betreffenden historischen und biographischen Kontexte.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Shang wang le ma? – Schon im Netz gewesen? Nicht nur die Wirtschaft Chinas profitiert von der zunehmenden Verbreitung des Internets, als schnellster und modernster Form der Kommunikation, auch die chinesische Gesellschaft verändert sich.

Bereits in den der 80er Jahren gab es die erste Internetverbindung in China und seit den 90er Jahren feiert das Internet einen überwältigenden Siegeszug. Während es 1995 nur 15000 Internetnutzer gab, sind es heute bereits 513 Millionen, die das Internet als Informationsquelle, Form der Kommunikation oder zur Unterhaltung nutzen. Dennoch wird das Internet in China häufig als eine Art Jugendkultur bezeichnet, da es auch heute noch überwiegend von der jungen urbanen Bevölkerung genutzt wird.

Auf die rasante Ausbreitung folgten auch erste staatliche Bestimmungen zur Kontrolle des Internets. 1998 wurde speziell für Angelegenheiten, die das Internet in der Volksrepublik China betreffen, ein staatliches Ministerium errichtet, das seither versucht den Zugang zu pornographischen oder oppositionellen Darstellungen im Netz zu verhindern. Vor allem die in China stark ausgeprägte Kultur der Internetcafés erleichtert die staatliche Überwachung, da hier nicht nur Personenkontrollen durchgeführt werden, sondern auch der Verlauf des Internetbesuchs aufgezeichnet wird.

Danach beleuchtete Dr. Becker die kulturellen Auswirkungen des Internets auf die chinesische Gesellschaft. Zum einem birgt das Internet ein großes Suchtpotential, das meist mit Vernachlässigung realer sozialer Kontakte einhergeht und so zur Vereinsamung vor allem junger Leute führen kann. Dies gefährdet nicht nur den traditionellen chinesischen Familienzusammenhalt, sondern führt zu einem generellen Strukturwandel in der Gesellschaft. Zum anderen bietet das Internet jedoch einen erleichterten Zugang zu Informationen und eine neue Plattform, für den in China oft stark zensierten, öffentlichen Diskurs.

Somit birgt das Internet zwar zahlreiche Hürden für den Erhalt der chinesischen Kultur, bietet aber auch eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten, die jedoch nicht allen offenstehen, da der Internetzugang in China immer noch stark vom Reichtum der Region und des Individuums abgängig.

Abschließend gab es eine rege Diskussion über die neusten Entwicklungen in China im Bereich des Internets.

Einladung zum 74. Jour Fixe

der Stiftung Chinas Sprache, Kultur und Wirtschaft in Deutschland

am Freitag, den 11. Januar 2013

Kardinal-Faulhaber-Straße 10, 4. Stock,

c/o P+P Kanzlei Pöllath + Partners
80333 München

um 19:30 Uhr

„TONGJI – Wer in einem Boot sitzt muss sich helfen“

Über die kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und Chin

Vortrag von Prof. Dr. Paul Gerhardt

Am 9. November 2007 hat Prof. Dr. Gerhardt einen Vortrag über die Gründung der Deutschen Medizinschule für Chinesen in Shanghai 1907 als Beitrag der deutschen Kulturarbeit in China gehalten.

In seinem Vortrag am 11. Januar 2013 wird er in einem kurzen Rückblick an diese Entwicklung erinnern und ausführlich auf die kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und China eingehen, die u.a. ihren Ursprung in den Aktivitäten des deutschen Arztes Dr. Erich Paulun hatten.

Prof. Gerhardt hat seit 1979 enge Verbindungen zu China, vor allem zur Huazhong-Universität in Wuhan, deren Ehrendoktor er ist. Er ist emeritierter Professor der TUM und war bis 2000 Direktor des Instituts für Röntgendiagnostik am Klinikum rechts der Isar der TUM.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Rund vier Monate nach dem Ende der Sommerkamps nach Peking und Shanghai in diesem Jahr, organisierte das Konfuzius Institut München ein Nachbereitungstreffen, um die Erinnerungen an die schöne Zeit in China noch einmal aufleben zu lassen. Sowohl die Schüler als auch einige Eltern, die beiden Reisebegleiter und  das Konfuzius-Team fanden sich am Freitag den 07.12.12 in der chinesischen Sportgaststätte NOVA ein.

Nach einer herzlichen Begrüßung, begann der Abend mit einer Fotostrecke. Die schönsten Fotos, die von den beiden Reisebegleitern für ihre jeweilige Gruppe zu einer Diashow zusammengestellt worden waren, ließen die Eindrücke und Erlebnisse der Reise noch einmal Revue passieren. Danach gab es ein kurzes unterhaltsames Ratespiel, bei dem Fragen zu China gestellt wurden und derjenige mit der richtigen Antwort erhielt einen kleinen Preis!

Die Reise nach China war auch Thema beim Essen, denn auch kulinarisch blieb man im Reich der Mitte. Ein Buffet und große Hot Pot Töpfe auf den Tischen, trafen auf große Begeisterung bei allen Teilnehmern. In gemütlicher Atmosphäre tauschte man sich über die schönsten Erlebnisse der Chinareise aus. Der Besuch der großen Mauer, die gemeinsamen Ausflüge mit den Gastfamilien und der Unterricht an einer chinesischen Mittelschule haben besonders großen Eindruck bei den Schülern hinterlassen.  Auch die Chance die eigenen Chinesisch-Kenntnisse einmal zu testen, war eine tolle Erfahrung. Besonders begeistert zeigten sich einige Schüler über die kulturelle Vielfalt, die sie während der Reise erleben durften. So lernten sie während der Fahrt nicht nur die Kultur Chinas, sondern auch Gleichaltrige aus der ganzen Welt kennen. Aber auch zwischen den deutschen Schülern sind, in den zehn Tagen der Reise, neue Freundschaften entstanden und so verlief der Abend in einer sehr familiären Atmosphäre.

Ebenso waren sich die Eltern sicher, dass das Sommerkamp  eine tolle Erfahrung für ihre Kinder war und sicher ein neuer Ansporn die chinesische Sprache noch besser zu erlernen, sei es in Schule oder dem Unterricht des Konfuzius Instituts.

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Anschließend wurde noch Informationsmaterial zum Schüleraustausch und Studienmöglichkeiten in China an die Teilnehmer weitergegeben und kleine Andenken an die gemeinsame Zeit in China verteilt.