März 2013


„Chinese Bridge“ – Sprachwettbewerb für Studierende
Der internationale Sprachwettbewerb für Chinesische Sprache „Chinese Bridge“ wird vom Hauptsitz des Konfuzius-Instituts in China (Hanban) veranstaltet. Er bietet Studenten aus aller Welt die Chance, zusammenzukommen und ihre Chinesisch-Fähigkeiten auf einer internationalen Bühne unter Beweis zu stellen.

„Deutsch-Chinesisches Sprachenjahr“ 2013/2014
Dieses Jahr ist für die deutsch-chinesische Kooperation des Konfuzius-Instituts München ein besonderes, denn es steht ganz im Zeichen der Sprachförderung. Das Bildungsministerium der VR China und das Außenministerium Deutschlands erklärten das Jahr 2013 zum deutsch- chinesischen Sprachjahr. Vor diesem Hintergrund findet auch der diesjährige Sprachwettbewerb für Chinesische Sprache „Chinese Bridge“ statt.

Ablauf des Wettbewerbs
In der deutschen Vorrunde kämpfen die besten Studenten des Landes, um die begehrte Einladung nach China und zwei Plätze im Finale. Eine Jury aus chinesischen und deutschen Experten wird die Teilnehmer bewerten.
Jeder Kandidat muss innerhalb von 15 Minuten drei Aufgaben bewältigen:
• Kurzer Vortrag (3-4 Min.)

• Beantwortung verschiedener Fragen (4-6 Min.)

• Künstlerische Darbietung (3-5 Min.)
Dieses Jahr findet das deutsche Finale hier in München statt. Das Konfuzius-Institut München lädt Sie herzliche ein, den spannenden Wettstreit live mitzuverfolgen.

Wann:
Samstag, 06. April 2013, 09.00 – 16.00 (1 Std. Pause )
Wo:
Hilmar-Hoffmann-Saal der Zentrale des Goethe-Instituts e.V. Dachauer Str. 122, 80637 München

Zeit: Freitag, den 12. April 2013, um 19:30 Uhr

Ort: Kardinal-Faulhaber-Straße 10, 4. Stock, 80333 München

 Welchen Gewinn verspricht der Krieg?

Überlegungen zu Sunzis Kunst des Krieges im Bild der unterschiedlichen Übersetzungen

Vortrag von Herrn Dr. Volker Klöpsch

Die Gründe für einen Krieg, seine Durchführung und die Bewältigung seiner Folgen, also seine Rechtfertigung wie auch seine Verdammung, stellen bereits im frühen chinesischen Denken ein zentrales Thema dar. Hierfür bot die Epoche der sogenannten „Streitenden Reiche“ (475-221 v. Chr.) mit ihren häufigen Kriegen und Konflikten den angemessenen Hintergrund. In dieser Zeit entstand die einem gewissen Sunzi zugeschriebene Schrift „Die Methoden des Krieges“ (Sunzi bingfa), die im Westen unter dem Titel Die Kunst des Krieges bekannt wurde und als das weltweit älteste militärtheoretische Werk überhaupt gilt.

Das Buch lässt sich jedoch auch allgemein als philosophischer Schlüsseltext lesen. Der Vortrag untersucht seine zentralen Gedanken, ausgehend von der zwiespältigen Haltung zum Gewinn (li), der einerseits positiv als Zuwachs von Land, Macht, Wohlstand und Ansehen, anderseits aber auch negativ in der Form der Gier als zersetzend für die soziale und politische Ordnung verstanden wird. Weiterhin wird ein kritischer Blick auf die vorliegenden deutschen Übersetzungen geworfen, die zahlreiche Missverständnisse wichtiger Textstellen aufweisen.

Dr. Volker Klöpsch lehrte zuletzt an der Universität Köln und ist als Übersetzer neuerer wie älterer chinesischer Literatur hervorgetreten. Im Münchener Verlag C.H. Beck erschien 2004 sein Lexikon der chinesischen Literatur.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Anlässlich des 75. Jour Fixe, lud das Konfuzius-Institut München Prof. Dr. Martin Lehnert, tätig im Japan-Zentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München, ein. Er sprach über das Leben eines beeindruckenden Mannes und seinen Leitfaden zu einem glücklichen Leben – Liaofan Yuan („Der von der Mittelmäßigkeit gelassen hat“)

Diesen Namen nahm Yuan während seines Studiums zum Beamten an, als er einen weisen Zen-Mönch begegnete, der ihn lehrte sein Schicksal zu ändern. Daraufhin schlug er eine erfolgreiche Laufbahn am Hofe des Königs ein, die letztlich jedoch scheiterte und mit einer unehrenhaften Entlassung endete. Fortan lebte er zurückgezogen und verfasste eines der bekanntesten Moraltraktate der späten Ming-Zeit. In mehreren Schriften, die alle an seinen Sohn gerichtet sind, schrieb er einen Leitfaden, dessen Befolgung zu einem guten und glücklichen Leben führen soll. Nach seinem Tod veröffentlichte sein Sohn die Schriften unter dem Titel “Vier Instruktionen des Liaofan” (Liaofan si xun), die in China bald große Bekanntheit erlangten. Seine Texte thematisieren hierbei bereits die später u.a. von Max Weber ausführlich diskutierte Frage nach der teleologischen oder deontologischen Ethik. Während die Zielethik lediglich die Folgen und Auswirkungen des Handelns bewertet, fokussiert die Verantwortungsethik auf die moralischen Intentionen einer Handlung. Liaofan kommt zu dem Ergebnis, dass es keine normative Trennung zwischen gutem und schlechtem Handeln gibt. Das richtige Handeln kann nur situativ und unter Bewusstmachung aller Voraussetzungen und Folgen einer Tat bestimmt werden. Um jedoch ein wertvolles  Mitglied der Gesellschaft zu sein, muss jeder einzelne seine Pflichten übernehmen, seine Funktionen erfüllen und seine Taten am Wohl der Gemeinde ausrichten. Nur eine harmonische Gesellschaft, kann schließlich zu wahrem Glück führen. Doch nur wer von Herzen Gutes tut leistet einen Beitrag zu diesem Glück.

Der Vortrag führte zu regen Diskussionen unter den Zuhörern über Fragen nach dem moralisch Richtigen und dem Weg zum Glücklichsein. Aber auch der Bezug zum Buddhismus oder Konfuzianismus wurde diskutiert. Spannende Wortwechsel und interessante Ideen wurden ausgetauscht.