Diesen Monat hatten wir das Vergnügen Ihnen einen außergewöhnlichen 78. Jour Fixe präsentieren zu dürfen. Der Abend stand dieses Mal ganz unter dem Zeichen des chinesischen Films.

Denkt man an den chinesischen Film, kommen den Meisten Bilder von Kämpfern, die mit geschickten Kung-Fu-Bewegungen ihre Gegner durch Hinterhöfe oder gar über Hausdächer jagen, in den Sinn.   Martial Art ist ein grenzüberschreitend bekanntes und beliebtes Genre des chinesischen Films. Doch nur wenige wissen um die lange Tradition dieser Kunstform. Erste Zeugnisse finden sich bereits in der chinesischen Geschichtsschreibung des ersten Jahrhunderts v. Chr. Oft handelt es sich um Erzählungen von wagemutigen Kriegern, die für Gerechtigkeit und gegen die Unterdrückung der Schwachen kämpfen. Berichte die sich mit den Ritter-Geschichten Europas und dem Robin-Hood-Ideal des Westens vergleichen lassen.  Die ersten Vorläufer der Martial Arts Literatur verbreiteten sich bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihre zunehmende Popularität verhalf ihr schließlich zum  Sprung auf die Leinwand.  Bereits 1925 entstand der erste Film der dem Genre des Martial Arts zugerechnet werden kann. Die erste große Welle begann jedoch erst in den 60er und 70er Jahren, vorwiegend in Hongkong und legte das Fundamente für die weitere Entwicklung der Kunstform.

Genau an dieser Stelle setzen die „China Filmtage“ an, die das Konfuzius-Institut in Kooperation mit dem Institut für Sinologie der Ludwig-Maximilians-Universität München diesen Juni veranstalten. Initiiert wurde das Projekt von den Studenten der Sinologie der Universität München, um allen Interessierten einen tieferen Einblick in die chinesische Filmkunst und das Genre des Martial Arts zu gewähren. An der Spitze der Veranstaltung stehen Frau Anna Stecher und Frau Katarina Cvitic, die das Projekt an unserem 78. Jour Fixe vorstellten und mit einer lockeren Einführung in das Thema, das Interesse für eine weitere Facette der chinesischen Kultur weckten.

Das Umfangreiche Programm der „China Filmtage“ umfasst die Vorführung sieben klassischer Martial Arts Filme und drei interessanter Vorträge renommierter Professoren. Die Filme werden in Kooperation mit dem Kino Monopol gezeigt und führen von dem ersten chinesischen Film der internationale Beachtung fand („A touch of Zen“), über die Weiterentwicklung der Filme im neuen Jahrtausend, bis hin zu der Vorführung des neuen Films von Regisseur Wong Kar-Wai („The Grandmaster“), zwei Wochen vor dem offiziellen Kinostart in Deutschland.

Aber auch die Vorträge, die in den Räumen des Hauptgebäudes der LMU stattfinden werden, führen durch die Geschichte der chinesischen Kunst und ihrer Verbindung zu Martial Arts.

Nähere Informationen finden sie unter www.chinafilmtage.wordpress.com

Im Anschluss an die Vorstellung der „China Filmtage“, wurde der Film „Ip Man“ des Regisseurs Wilson Yip aus dem Jahr 2008 gezeigt. Der Film basiert auf dem Leben des Kampfkünstlers und Großmeisters Ip Man (1893–1972), der die Kampfkunst Wing Chun unterrichtete. Zu seinen bekanntesten Schülern zählte unter anderem Bruce Lee. Der Film konzentriert sich jedoch auf die Ereignisse im Leben Ips während des Zweiten Weltkrieges und der Besetzung einiger Teile Chinas durch Japan.

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