Auf Einladung des Konfuzius-Instituts München und der Stadtregierung Dietfurt kam das Peking Opern Ensemble aus Nanjing nach Dietfurt und gab dort am 29.06. im Rahmen des Bayrisch-Chinesischen Sommers 2013 eine Open-Air-Aufführung. Wegen des kalten und regnerischen Wetters musste der festliche Umzug leider abgesagt werden. Trotzdem hat der Auftritt der Peking-Oper aus Nanjing zahlreiche Zuschauer angezogen und ein Highlight des Abends gebildet.

Dietfurt befindet sich im bayerischen Süden. Die Stadt hat zwar einen überschaubaren Umfang mit ca. 6000 Einwohnern, deren historische Beziehung mit China jedoch bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts zurückreicht. In der Geschichte verschlossen die reichen Dietfurter ihre Stadttore und verweigerten dem Bischof Lehen und Abgaben zu leisten. So wurden die Einwohner dort als die „Chinesen“ bezeichnet. Einen historischen Nachweis bezüglich des Ausdrucks „Chinesen“ bietet bereits der „Kalender für kath. Christen auf das Schaltjahr 1860“. Die Dietfurter haben nicht nur diese Nennung mit Stolz anerkannt, sie haben auch chinesische Elemente in den Dietfurter Fasching eingemischt, wohl erstmals im Jahre 1928. Abgesehen von der Kriegszeit ist die Tradition des Chinesenfaschings fast ununterbrochen bis heute erhalten geblieben. Jedes Jahr verkleiden sich die Einwohner in Dietfurt zur Faschingszeit als „Chinesen“, natürlich nach ihrer Vorstellung und Fantasie von China und deshalb immer mit einer lustigen Färbung. Seit 1954 wählt das Volk noch seinen Kaiser „Ko-Huang-Di“. Der Faschingszug – bestehend aus Dietfurter „Chinesen“ – zieht jedes Jahr Touristen aus aller Welt an.

Wie „chinesisch“ die Stadt Dietfurt ist, sieht man am Chinesenbrunnen auf dem Rathausplatz und dem Qigong-Weg durch die Stadt. Seit 2010 findet neben dem jährlichen Chinesenfasching noch der Bayrisch-Chinesische Sommer mit einem festlichen Umzug und dem 7-Täler Lauf statt.

Trotz der Absage des Festes 2013 fand die Ausstellung „Chinesische Tusche-Malerei“ der Tusche-Malereimeisterin Frau Zhou Mei statt. Frau Zhou gibt auch Malerei-Kurse im Konfuzius-Institut München.

Trotz des Regens erschienen um 19 Uhr zahlreiche Zuschauer beim Auftritt der Open-Air-Peking-Oper auf dem Rathausplatz. Ca. 20 professionelle Peking-Oper Schauspielerinnen und Schauspieler aus Nanjing führten insgesamt vier klassische Stücke auf, nämlich den „Tanz des Drachen und des Phoenix“ „Die betrunkene Konkubine“ „Blumenregen“ und „Generalin Mu Guiyin in der Schlacht um Hongzhou“. Unter den auftretenden Schauspielern waren die Nationale 1. Klasse Schauspielerin Frau Fan Lexin, der Nationale 2. Klasse Schauspieler Herr Zhou Jian und die „ausgezeichneten jungen Schauspielerinnen“ Frau Wang Can sowie Frau Zhang Chenxuan.

Während der Aufführung fing es an zu regnen, jedoch verteilten die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Ilse Werner und ihre Kolleginnen den Zuschauern Regenmängel. Das regnerische Wetter störte die Leidenschaft der Schauspieler und der Zuschauer überhaupt nicht. Nach der Aufführung schenkten die Zuschauer den Peking-Oper-Schauspielern einen langen und starken Beifall.

Zum Schluss bedankte sich der Bürgermeister Herr Franz Stefan bei dem Peking Oper Ensemble aus Nanjing und dem Konfuzius-Institut München. Erfreulicherweise äußerten auch viele Zuschauer den Wunsch auf ähnliche Veranstaltungen in der Zukunft.

von Rong Wang und  Hannah Yingying von Minden

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