Oktober 2013


Herzliche Einladung zum mehrsprachigen Märchenfest in der IG. Das Fest findet am 16.11.2013 von 15-18.30 in der IG (Karlstr. 50) statt und lädt Groß und Klein zum Märchen-Hören, –Sehen und -Erleben ein. Die Geschichten werden in verschiedenen Sprachen sowie auf Deutsch gelesen, erzählt und gespielt. Weitere Informationen hier.

83. Jour Fixe

der Stiftung ex oriente,

Chinas Sprache, Kultur und Wirtschaft in Deutschland

am Freitag, den 08. November 2013, um 19:30 Uhr

Ort:  Hofstatt 1 (Färbergraben 16), 5. Stock, 80331 München

c/o P+P Kanzlei Pöllath + Partners

E-Commerce in China

Vortrag und Diskussion mit Dominik Eggert

In China haben mehr als eine halbe Milliarde Menschen Zugang zum Internet, so viele wie in keinem anderen Land der Welt. In diesem Jahr werden dort wohl erstmals mehr Produkte über das Internet verkauft, als in den USA oder in Europa. Doch nur wenige Chinesen kennen Amazon, eBay oder Zalando und auch das Bezahlen per Kreditkarte, PayPal oder Lastschrift ist im Reich der Mitte ungewöhnlich.

Dominik Eggert diskutiert mit Ihnen die Unterschiede zwischen E-Commerce in China und der westlichen Welt. Er erklärt warum der Einfluss amerikanischer und europäischer Online-Unternehmen in China geringer ist als im Rest der Welt und welche Faktoren lokale Unternehmen so erfolgreich machen.

Dominik Eggert hat umfangreiche Erfahrung in den Bereichen E-Commerce, Online und Medien. In den letzten sechs Jahren hat er für Amazon in China und Deutschland gearbeitet, sowie verschiedene Unternehmen in Europa und Asien zu den Herausforderungen der Digitalisierung beraten. Dominik Eggert studierte Wirtschaftswissenschaften an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht und ist Stipendiat des DAAD. Er spricht fließend Chinesisch und lebt nach Stationen in Bangkok, Taipei und Peking inzwischen in München.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Wir möchten Sie gerne auf eine Veranstaltung im Gasteig hinweisen:

Details finden Sie hier.

Chinesischer Alltag in Deutschland

Geschichte und Geschichten

Von Sabrina Müller

Dagmar Yu-Dembski, ihrerseits Autorin des Buches „Chinaprinzessin“, erzählte uns an diesem Jour Fixe etwas über die Geschichte der Chinesen in Deutschland und später auch etwas über ihre eigene Geschichte als zweite chinesische Generation in China.

Die ersten Chinesen betraten 1823 in Begleitung eines holländischen Kaufmanns deutschen Boden. Doch die erhoffte Freiheit im neuen Land wurde schnell von dem Kaufmann zunichte gemacht, der die beiden „exotischen“ Menschen ausstellte und dafür Geld kassierte.

Die Faszination die von den ungewohnten neuen Menschen ausging hat selbst Theodor Fontane nicht kalt gelassen. Die Mauer rund um die von Chinesen bewohnte Heidevilla wurde 1885 von ihm als chinesische Mauer und der Landwehrkanal als Yangtse besungen.

Doch als solch neues Volk in einer so konservativen Gesellschaft wie der in Deutschland war es für jeden neue eintreffenden Chinesen schwer Fuß zu fassen. Auch die Presse berichtete vorurteilig über die unbekannten Ausländer und schaffte so einen hervorragenden Nährboden für negative Gerüchte und kritische Gedanken.

Trotzdem zog es während der Weimarer Republik in den 20er Jahren viele junge Chinesen und auch Chinesinnen nach Deutschland. Besonders durch den Verlust seiner Kolonien war Deutschland nach dem Ende des zweiten Weltkriegs plötzlich gleichwertig mit China. Zum ersten Mal konnten Verträge auf gleicher Ebene abgeschlossen und ein Wissenschafts- und Studentenaustausch begonnen werden.

Auch war Deutschland das Land von Marx und Engels und somit zog es viele Studenten wegen politischer Beweggründe dorthin.

Auch als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kommen, wagen es immer noch viele chinesische Akademiker nach Deutschland zu reisen. Zeitzeugen sahen sich damals selbst als „Gäste“ in dem nationalsozialistischen Land, und „als Gast mischt man sich nicht ein.“ Man hatte damals genug eigene Sorgen im eigenen Heimatland. Man bangte um Verwandte und Freunde, die dem anti-japanischen Bürgerkrieg ausgesetzt waren.

Nach Ende des Krieges kehrten viele Chinesen in ihre Heimat zurück, doch wie einige andere blieb auch der Vater von Dagmar Yu-Dembski mit seiner deutschen Frau in Deutschland und eröffnete dort zunächst ein Restaurant und 1957 dann die bald sehr angesagte „HongKong Bar“.

In ihrem Buch „Chinaprinzessin“ erzählt Dagmar Yu-Dembski ihre bewegende Geschichte über ein junges Mädchen, das erst nach dem frühen Tod ihres Vaters beginnt sich mit den eigenen chinesischen Wurzeln zu beschäftigen.

In einigen kurzen Ausschnitten, die uns Frau Yu-Dembski aus ihrer Autobiografie vorliest, erhalten wir Einblicke in ihre Reise in das Heimatland ihres Vaters, die Sorge der Mutter um den immer länger fortbleibenden Vater und den begründeten Grund dafür.

Viele Gespräche mit der Autorin selbst und natürlich untereinander ließen den Abend wunderbar ruhig ausklingen.

Wir hoffen, Sie beim nächsten Jour Fixe wieder begrüßen zu dürfen!