Kultur einst


China in München:

Ingrid Jansen hat aus ihrer Kollektion von chinesischen Scherenschnitten wieder eine Ausstellung im Geranienhaus des Nymphenburger Parks gemacht. Besuchen können Sie die Ausstellung nur noch virtuell:

Treten Sie ein!

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45. Jour Fixe der Stiftung ex oriente (www.china-stiftung.de)
am Freitag, den 14. Mai 2010

An die 60 Personen kamen, um den Vortrag von Frau Ingrid Jansen zu hören:

 

Unsere Religionen – in Europa und im Nahen Osten – tendieren zur Exklusion: Wenn MEINE Religion die richtige ist, dann ist DEINE Religion zwangsläufig die falsche …

Anders in China: Da gibt es tendenziell eher eine Verschmelzung von Konfuzianismus, Daosmus und Buddhismus in den gebildeten Kreisen – und abseits davon auf dem Land, auf dem Dorf die Vielfalt der volksreligiösen Götter und guten und bösen Geister. Alles, was Wert hat, verkörpert sich in Gott- und Geistwesen, denen man opfert und mit denen man verhandelt.  

Diese Zwei – der eine grimmig, der andere freundlich – stehen an der Tür und bewachen sie …

Hier noch einige Beispiele:

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Stiftung ex oriente (www.china-stiftung.de)
Chinas Kultur, Sprache und Wirtschaft in Deutschland

Einladung zum 45. Jour Fixe

am Freitag, den 14. Mai 2010
um 19.30 Uhr
Kardinal-Faulhaber-Straße 10, 4. Stock, 80333 München

Wir freuen uns auf den
Vortrag
von Frau Ingrid Jansen
mit dem Titel
„Chinesische volkstümliche Götter im Scherenschnitt“

Schon immer  faszinierten Frau Jansen Scherenschnitte und die chinesische traditionelle Volkskunst, die sie während ihres Aufenthaltes in Beijing von 1986-1988 für sich entdeckte.

Regelmäßig besucht Frau Jansen seitdem Scherenschneider-Treffen in chinesischen Dörfern. Dabei hat sich die Motivwahl der Scherenschneider über die Jahre immer wieder verändert. Seit Ende der neunziger Jahre schneiden die alten Scherenschneiderinnen auf dem Land auch wieder die alten, früher in jedem Haushalt verehrten Götter.

In ihrem Vortrag wird Frau Jansen anhand von Abbildungen von Scherenschnitten die alten Legenden erklären, die sich um die dargestellten Götter ranken. Durch Bilder und mitgebrachte Scherenschnitte wird sie uns einen Einblick in die abwechslungsreiche Kunst des chinesischen Scherenschnitts geben.

Die Referentin organisiert außerdem die
Ausstellung

„Scherenschnitte und Malerei aus dem ländlichen China“

vom 21. bis 26. Mai 2010
von 10.00 bis 19.30
im Geranienhaus des Nymphenburger Schlossparks.
Der Eintritt ist frei.

 Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Scherenschnitte und Malerei
aus dem ländlichen China

 Zur Eröffnung der Ausstellung
am Donnerstag, dem 20. Mai 2010 um 19.00 Uhr

laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein


Ausstellung

21. bis 26. Mai 2010
täglich 10.00 bis 19.30 Uhr

Eintritt frei

München, Nymphenburger Schlosspark
Historische Pflanzenhäuser, Geranienhaus

 Wir werden die Ausstellung selbst betreuen

Ingrid und Theo Jansen München
Tel.: 089-1293813,
E-Mail: htjansen@web.de

Die Ausstellung wird von der CCM unterstützt.

 

Text zu einer Ausstellung 2008:

Seit nunmehr über 15 Jahren schon stellt die Münchner Sammlerin Ingrid Jansen mit beachtlicher Resonanz Werke der chinesischen Volkskunst in vielen Städten Deutschlands aus. Alle zwei Jahre, jetzt zum achten Mal finden diese Ausstellungen auch im Nymphenburger Schlosspark statt. Besonderes Gewicht besaßen und besitzen dabei immer die bäuerlichen Scherenschnitte aus den Dörfern am Gelben Fluss.

Einen realistischen Blick auf die Situation der chinesischen Musik bot Robert Zollitsch beim 44. Jour Fixe der Stiftung ex oriente; er zeigte damit das kulturelle Dilemma auf, in dem China nicht nur bezüglich der Musik steckt.

1. Noch gibt es lebendige, reiche, qualitätsvolle Volksmusik, instrumental und gesungen, aber sie schwindet dahin – wird ersetzt von westlicher bzw. westlich geprägter Musik und Karaoke. Formen und Kompetenzen gehen damit verloren.

2. Der akademische Musikbetrieb ist bisher weder willens noch in der Lage, das Erbe der klassischen Musik Chinas aufzugreifen. Er orientiert sich fast bedingungslos an der klassischen und zeitgenössischen Musik des Westens. Es dominiert – auf hohem Niveau – das Spezialistentum.  

3. Bezüglich eigener, das heißt zeitgemäß chinesischer Musikstile zeigt sich China im Moment noch orientierungslos. China hat für sich noch keine schlüssige Musiksprache gefunden.

4. Was wir mit unseren westlichen Ohren als typisch Chinesisch empfinden, ist bereits westlich geprägt. Sie bedient überwiegend unsere westlichen Hörgewohnheiten; das Chinesische wird hier zum Klischee.  In China selbst wird gern die im Westen praktizierte Variation chinesischer Musik übernommen.

5. Traditionelle chinesische Musik wird in der modernen Aufführungspraxis überinterpretiert – pathetisch aufgeladen, manchmal bis zum Kitsch.

Robert Zollitsch ist Münchner, spielt Zither und Guqin und komponiert – chinesische Musik. Was ihn treibt ist das Verbinden – das Verbinden des Alten mit dem Neuen, das Verbinden des Westlichen mit dem Östlichen, das Verbinden der Musiker und Komponisten im Austausch untereinander. Mit anderen Worten: Integration, die das jeweils Eigene vital und kreativ werden lässt.

Wie können die Verbindungen zu den eigenen Wurzeln wieder hergestellt werden? Wie kann das Alte für das Neue fruchtbar gemacht werden?

Im Moment ist China fixiert auf Moderne, Neuerung, Wachstum, auf Anschluss an den Westen. Das Alte steht im Weg – es wird aus dem Weg geräumt, bestenfalls ins Reservat gesteckt. Indem Robert Zollitsch einen geschichtsbewussteren, kulturbewussteren Umgang mit dem Alten und Eigenen pflegt und fördert, schwimmt er gegen den Strom.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Chinesen selbst den Wert ihrer eigenen Traditionen wiederentdecken werden, in der Musik wie in anderen Bereichen ihrer Kultur. Doch auch dann wird es wieder darauf ankommen, wie man das Alte mit dem Neuen, das Fremde mit dem Eigenen verbindet.

Tipp 1: Besuchen Sie Robert Zollitschs Website und hören Sie sich mal ein paar Musikbeispiele an!

Tipp 2: Kaufen Sie sich bei ihm die CD „Gong Linna: Jing Ye Si“. Herrliche Musik – eine wunderbare Kreuzung von klassischer chinesischer mit westlicher Musik.

Tipp 3: Robert Zollitsch empfiehlt Ihnen: Besuchen Sie das Konzert von San Chuan – im Gasteig am Montag, den 19. April!

Zu den Erscheinungen, die mir fremd bleiben, gehört die Obsession der gebundenen Füße der Frauen im vor-revolutionären China.

Mo Yan, Das rote Kornfeld, erklärt es (S. 117) – und macht es mir noch fremder:

Es waren Großmutters kleine Füße gewesen, die Shan Tingxius Aufmerksamkeit als erstes erregt hatten, und ihre kleinen Füße hatten die Leidenschaft des Sänftenträgers Yu Zhan’ao entfesselt. Selbst eine alte Hexe mit pockennarbigem Gesicht kann mit Heirat rechnen, wenn sie kleine gebundene Füße hat. Niemand will ein Mädchen mit großen ungegebundenen Füßen, selbst wenn sie das Gesicht eines Engels hätte. Großmutter, die gebundene Füße und ein liebliches Gesicht hatte, war eine der Schönheiten ihrer Zeit. Im Verlauf unserer langen Geschichte sind die Füße der chinesischen Frauen sozusagen zu sekundären Geschlechtsorganen geworden, und Männer haben einen ästhetischen Gefallen daran gefunden, der ihre sexuellen Begierden erweckte, wenn sie diese zarten, spitzen Glieder nur erspähten.

Ob Chinesen von heute sich diesen seltsamen Reiz erklären können? Immerhin an die 1000 Jahre hat diese – darf ich sagen: Verirrung? – das Leben der Frauen mit zusätzlichen Schmerzen versehen.

Und wie ist es möglich, solchermaßen verunstaltete Füße attraktiv, sexuell verführerisch zu empfinden?

Nun, Parallelfälle in unserer Kultur könnten sein: der Schnürleib im 19. Jahrhundert, der Reifrock um 1860, die dicke Schminkschicht zu Zeiten Ludwigs XIV. … Aber so extrem wie diese gebundenen Füße – so extrem wüsste ich jetzt nichts in Europa.

In Mittel- und Südamerika gab es die Deformierung der Köpfe, bei den Sara im Tschad die Tellerlippen, bei den Menschen der Südsee die Volltätowierung.

Heute finden manche den Nasenring sexy. Oder den Silikonbusen.

Langsam fange ich an zu verstehen …

Chinesische Poesie und ihre Übersetzung – darüber erfuhren die über 50 lauschenden, fragenden und kommentierenden Gäste Anregendes beim 43. Jour Fixe der Stiftung ex oriente

Yan Zhao und Dieter Ziethen haben ein Buch herausgebracht: „Leise hör ich Blüten fallen – Gedichte aus der chinesischen Klassik“.

Bei amazon können Sie einen Blick hineinwerfen und einige der Gedichte lesen! Etwa ein Dutzend Gedichte aus diesem Buch gab es am 12.3. Chinesisch und Deutsch zu hören, zu lesen, zu erklären, zu diskutieren. 

Dieter Zieten erklärt "Wasserfall vom Berg Lu"

Ein Gedicht, das jeder Chinese und jede Chinesin in der Schule auswendig lernt, hat Dieter Ziethen als Beispiel exemplarisch erläutert: „Wasserfall vom Berg Lu“, von Li Bai. 

Wasserfall vom Berg Lu - im Original

Wasserfall vom Berg Lu - in heutigem Chinesisch

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