Geschichte


Ein chinesischen Literaturprofessor bemerkt – und bewundert –  etwas Außergewöhnliches an uns Deutschen:

Mich hat Willy Brandts Kniefall in Warschau tief beeindruckt. Ich habe die Szene noch immer vor Augen, als wäre es gestern gewesen. Dabei gehörte Willy Brandt doch zu den Gegnern des Hitler-Regimes. … Die Verbrechen der Nazis hatten mit ihm nichts zu tun, und dennoch besaß er die Größe, die Schuld der Vergangenheit auf sich zu nehmen und sich vor den Polen und vor aller Welt zu entschuldigen. … Für mich hat er damit viel zum guten Ruf der Deutschen beigetragen.

Dass sich die Deutschen auch in ihren Filmen und Romanen mit der Vergangenheit auseinandersetzen und sich zu den Verbrechen bekennen, beeindruckt mich ebenfalls. Ich vergleiche sie dann immer mit den Japanern. …

Allerdings fällt es nicht nur den Japanern schwer, zu ihrer Schuld zu stehen. Die mangelnde Bereitschaft, Fehler einzugestehen, scheint eine Eigenschaft von uns Ostasiaten zu sein. Auch wir Chinesen bekennen uns nicht gern zu unserer Schuld. Wie viel Unrecht ist während der politischen Kampagnen in den vergangenen Jahrzehnten passiert. Und hat sich bisher jemand dafür entschuldigt? Nein. Für uns scheint das Zugeben von Fehlern immer mit einem Gesichtsverlust verbunden zu sein.

Um so mehr bewundern wir die Deutschen, die ihre Fehler und Vergehen aus dem Zweiten Weltkrieg zugeben. Und sie machen das ganz ehrlich. Es ist keine Show.

Die Einsicht ist kollektiv. Das hat es auch mir individuell leichter gemacht, mich unserer albtraumhaften Vergangenheit nicht zu schämen, sondern sie selbstbewusst zu reflektieren. Ein ganzes Volk hat etwas Großes gelernt, und man findet in der Geschichte wohl kaum eine Parallele.

Aber eine Ergänzung sei mir, dem politischen Realisten, erlaubt: Es war auch schlau. In unserem eigenen Interesse.

Unsere Bereitschaft, aus unserer Vergangenheit richtig zu lernen, hat uns überraschend schnell den Weg zurück nach Europa gebahnt – mit all den kulturellen und wirtschaftlichen Vorteilen, die das bedeutet. (Natürlich hat der Kalte Krieg da auch seine Rolle gespielt.) Vertrauen ist ein politisch und wirtschaftlich zentraler Faktor. Wie gewinnt man das Vertrauen der Nachbarn und der Welt zurück, wenn man es verloren hat? – Das kann man in der Tat etwas von uns lernen.

Das Zitat stammt aus „Die Langnasen. Was die Chinesen über uns Deutsche denken“ von Yu-Chien Kuan und Petra Häring-Kuan (Seite 126)

In militärisch-knappem Stil berichtete Kronprinz Rupprecht nach seiner Reise über seine Erfahrungen. Das klingt dann zum Beispiel so:

In China ein Mangel an Gemeinsinn und grenzenloser Schlendrian, in Japan eine glühende Vaterlandsliebe und eine tadellose Ordnung. China Spielball fremder Mächte, Japan unabhängig und kraftvoll. China ein Fossil, Japan voll pulsierenden Lebens.

Der Bayerisch-Wittelsbachische Kronprinz Rupprecht wäre 1921 Bayerischer König geworden, hätten Eisner und die Revolutionäre vom November 1918 das Königtum nicht abgeschafft.

Rupprecht war 33 Jahre alt, als er 1902 zusammen mit seiner jungen Frau eine 8monatige Weltreise machte, die ihn auch nach China führte.

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Die Zeiten ändern sich, mit ihnen die Menschen und ihre Politik. Aber das eine oder andere bleibt sich doch ziemlich ähnlich …

Wir schreiben das Jahr 1617.  Ein Jahr später wird der bayerische Herzog Maximilian von München aus den 30jährigen Krieg auslösen, den verheerendsten Krieg, den Deutschland in den letzten 1000 Jahren durchlitten hat. In China regiert Kaiser Wangli (1573-1619) von der Ming-Dynastie (- er gilt als einer der Unfähigen auf dem Kaiserthron).

Maximilian I. (reg. 1598 – 1651) ist ein Herrscher mit überragenden Fähigkeiten – und zugleich eine Art katholischer Taliban. Sein Denkmal steht mitten auf dem Wittelsbacher Platz – vor der Siemens-Zentrale …

Was hat der bayerische Herzog 1617 dem Kaiser von China zu sagen?

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