Wirtschaft


Frauen in Chefetagen – Frauen als Managerinnen in der Wirtschaft sind immer noch in der Minderheit. Sie holen in einigen Ländern auf, fallen in anderen zurück.

Wo stehen hier Deutschland und China? Was sagt Ihnen dazu Ihre Intuition?

Reihen Sie die folgenden 10 Länder nach dem Anteil von Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen (senior management positions).

Der Durchschnitt beträgt 24%.
5 Länder liegen drüber, 5 drunter.
Das frauenstärkste Land liegt bei 42%, das frauenschwächste bei 7%.

Hier nun die 10 Länder in alphabetischer Reihenfolge. Kopieren Sie sich erst diese Liste, schreiben Sie dann 1 in die Klammer hinter das Land, das Ihrer Meinung nach den höchsten Frauenanteil an Managerinnen hat, etc, – und klicken Sie bitte erst dann auf Weiterlesen, um zu sehen, wie Sie’s getroffen haben!

Brasilien (  )
China (  )
Deutschland (  )
Frankreich (  )
Indien (  )
Japan (  )
Polen (  )
Russland (  )
Türkei (  )
USA  (  )

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Die Wolken über der Weltwirtschaft werden schon wieder dunkler. Die griechische Finanzkrise droht sich zur einer europäischen auszuwachsen. Interessanterweise ist ein Faktor dabei das dramatisch Ungleichgewicht im Import und Export, ermöglicht nicht zuletzt durch den Euro:

Deutschland exportiert sehr viel mehr in die EU-Länder, vor allem in die südlichen, als es von diesen importiert. Dieses Ungleichgewicht macht den Ländern von Portugal bis Griechenland schwer zu schaffen: Es führt dort zu höherer Arbeitslosigkeit sowie höherer Verschuldung (um den Wertabfluss aufgrund der schlechten Außenhandelsbilanz bei gleichzeitiger Bindung an die europäische Währung zu kompensieren).

Aber auch für China sagen einige voraus, dass die große Wirtschaftskrise bevorsteht:

Der Investor Marc Faber (via Bloomberg) ist nur einer von vielen. Chinas Wirtschaftswachstum werde sich im Laufe dieses Jahres deutlich verlangsamen, China werde in den nächsten 9 bis 12 Monaten vielleicht sogar einen „Crash“ erleben. Die Aktien sind schon im Sinken, die Immobilienpreise auch, auf denen viel vom momentanen Wachstum basiert – das deute darauf hin, dass die Blase bald platzen werde.

Mehr als 60% des Bruttonationalprodukts würden in China vom Bausektor geliefert, angetrieben von Krediten in einem Ausmaß, dass ein Einbruch früher oder später nicht zu vermeiden sein werde.

Simmen die Vorhersagen über die innere Krisendynamik der chinesischen Wirtschaft? — Möglicherweise. Ich ziehe es in Betracht.

Als Laie habe ich hier kein fachmännisches Urteil und bin deshalb besonders vorsichtig. Meine Laiengedanken gehen so:

1. China wächst jetzt seit 30 Jahren ohne ernsthafte Unterbrechung. Warum sollte das gerade jetzt durch eine schwere selbstgemachte Krise unterbrochen werden? Nachwievor kann China Millionen neuer Arbeitskräfte in den Industriesektor und ins moderne Leben hineinziehen und damit expandieren. Nachwievor wachsen in China auch Qualität der Arbeit und Produktivität. Das Potential ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

2. Haben diejenigen, die einen Crash in China vorhersagen, eine verborgene Agenda? – Versuchen sie, durch Verunsicherung herbeizuführen, was sie vorhersagen?

3. Nichts wächst ewig, und Krisen gehören zur kapitalistischen Wirtschaft. Das gilt auch für China. Grundsätzlich muss man eine Krise erwarten.

4. Ein wirtschaftlicher Einbruch in Europa würde Chinas Exportwirtschaft hart treffen und die generelle Gefahr eines Crash vergrößern.

5. Wie wird China „im Nehmen“ sein – wenn denn eine schwere Krise kommen sollte?

6. Sollte die Krise ausbleiben oder sehr moderat ausfallen – werden Faber & Co uns dann plausibel erklären wollen, warum ihre Vorhersagen nicht eingetroffen sind?

Andreas Zagler kommt von der TU München und entwickelt neue Antriebs- und Fahrwerktechnologien für die Automobilindustrie. Er leitet für seine Firma ein Team in Schanghai.

Bei einem Vortrag im Rahmen der Chinawochen der TU München (am 29.4.)stellte er die wichtigsten Unterschiede vor, die es zu beachten gilt, wenn Deutsche und Chinesen zusammenarbeiten.

1. „Warum für morgen planen, wenn es JETZT etwas zu tun gibt?“ Unsere deutsche Neigung, genau vorauszuplanen, ist in China fremd. Das wird kompensiert durch eine für uns erstaunliche Flexibilität und Bereitschaft, Neues auszuprobieren.

2. Es gibt Kommunikationsschwierigkeiten zum einen durch rein sprachliche Missverständnisse, dann aber auch durch die „deutsche“ Direktheit (schon das Erinnern an einen Termin klingt für Chinesen wie eine Mahnung oder gar Abmahnung), sowie durch den Mangel an Feedback: Chinesen antworten auf die Frage, ob es bei der anstehenden Arbeit Probleme gebe, fast grundsätzlich mit Nein. Da braucht es anderer Zugänge für einen Vorgesetzten, herauszufinden, wie die Sache steht.

3. Da die chinesische Ausbildung vor allem auf Auswendiglernen und Theorie baut, fehlt es den Anfängern in der Firma an Praxis und an der Fähigkeit, selbständig zu arbeiten. Das gibt sich aber rasch aufgrund der enormen Lernbereitschaft und Lernfähigkeit.

Resümee von Andreas Zagler bezüglich Arbeit, Planung, Kommunikation: China tickt anders, aber nicht schlechter.

Thomas Friedman gibt uns – eher unfreiwillig und ein wenig verzweifelt – einen Hinweis darauf, warum China die Zukunft gehört – und nicht den USA.

In seinem jüngsten Kommentar in der New York Times schreibt er:

China hat gerade eine gute Woche in Amerika. In Beijing feiert man vielleicht sogar. … Denn Amerika ist gerade dabei, die Zukunft der nächsten großen globalen Industrieinnovation – Energietechnologie – China zu überlassen.

Was die USA dringend bräuchten, wäre ein klares Preissignal an die Verbraucher in den USA: Benzin, Gas –  alle Energie auf Kohlenstoffbasis – wird in Zukunft allmählich teurer werden müssen. Also, stellt euch langsam um auf ökologisch günstigere Formen von Energie! Und diese sollte moderat subventioniert werden, um den allmählichen Übergang ein wenig zu erleichtern.

Die USA kriegen das politisch nicht hin. Es liegt, so Friedman, nicht am Präsidenten. Politisch kommt es nicht durch, weil die Republikaner dagegen sind und die Demokraten befürchten, dass schon die kleinste von der Regierung verursachte Energiepreiserhöhung tödlich für sie sein könnte in den anstehenden Wahlen.

Also geht nichts. Benzin und Energie generell bleiben in den USA unverantwortlich billig, einen Anreiz zu ökologisch nachhaltiger Energienutzung schafft man nicht.

Friedman verweist auf die Fähigkeit der USA zur Innovation im technologischen Sektor. Aber wohin wandern dann sowohl die Produktion als auch die Entwicklung neuer Technologien, etwa im Bereich der Sonnenenergie? Im Silicon Valley ertüftelt man das Neue, aber diese Firmen siedeln nun ihre künftigen Arbeitsstätten in China an: lieber dort, wo sie ihre Produkte auch verkaufen können. Etwa die Hälfte aller Sonnenkollektoren der Welt sind im letzten Jahr bereits in China produziert worden.

Elektroauto, Sonnenenergienutzung im größten Stil und ähnliche grüne Technologien werden vor allem aus China kommen und weltweit zum Verkaufsschlager werden.

Während man in den USA zwar prächtig an den Universitäten und in bestens finanzierten Forschungsstätten lernt, aber in der Politik — verblödet?

Wieviel Straßen, Benzin und andere Ressourcen würde China in Anspruch nehmen müssen, würde das Land wie die USA und der Großteil Europas mehr als 1 Auto pro 2 Personen anstreben? Wieviel Umweltbelastung, wieviel Stadtzerstörung?

Rhetorische Fragen. China setzt auf die Eisenbahn. Auf Massenverkehrsmittel.

Das Bahnnetz soll bis 2012 von derzeit 85.000 auf 110.000 Kilometer anwachsen. Weitere 50.000 bis 60.000 Kilometer könnten nach der langfristigen Planung bis 2020 hinzu kommen. 13.000 der neuen Streckenkilometer, die spätestens 2012 fertig sein sollen, werden von Hochgeschwindigkeitszügen befahren werden. Zum Teil werden diese von ausländischen Herstellern geliefert, zum Teil stammen sie aber aus chinesischer Fertigung, die derzeit allerdings noch viel lizenzierte fremde Technik verwendet.

Die dafür vom Staat zur Verfügung gestellten Mittel wachsen sprunghaft. Aber der Chinesische Bahn-Ehgeiz geht über China hinaus:

Geplant sind Strecken durch Vietnam nach Singapur, durch Myanmar (Burma) nach Indien und eventuell bis in den Iran, nach Zentralasien sowie durch Russland bis nach Europa. Außerdem wird die neue Strecke, die seit kurzem die Hauptstadt der autonomen Provinz Tibet mit dem chinesischen Netz verbindet, wohl demnächst in Richtung Grenze verlängert und könnte mittelfristig bis nach Nepal führen.

Auf die Bahn-Direktverbindung München-Peking werden wir aber wohl doch noch ein wenig warten müssen.

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Quellen: Telepolis und China View

Bayern in China

Die Verkehrspolizei in Shanghai hat sich 22 BMW der 5er Serie für die Expo angeschafft.

Anzunehmen, dass sie in China selbst gebaut worden sind. Es ist also nur die Software, die noch aus München kommt.

Quelle: China Hush

Die Straßen meiner Stadt müssen nicht meine Hölle sein.

Stau, Lärm, dicke Luft, ungesunde Luft, Bodenversiegelung, Benzinkosten, Lebensgefahr, Parkplatznot, lange Wege, Fußgänger in Reservate abgedrängt, Hektik an allen Ecken … will man das in China?

Unter dem Titel „Balancity“ gestaltet Deutschland seinen Ausstellungspavillon bei der Shanghaier World Expo (1. Mai bis Ende Oktober 2010). 70 Millionen Besucher – vor allem aus China – werden die Ausstellung besuchen, 8 oder 9 Millionen den deutschen Pavillon. Und hoffentlich rausgehen und eine andere Stadtplanung fordern.

„Eine bessere Stadt, ein besseres Leben“ – das ist das Motto für Balancity, für eine Stadt in Balance. Deutsche Industrie und deutsche Institutionen zeigen moderne Lösungen für die Probleme der urbanen Umwelt, vom Car-sharing über Verkehrsleitsysteme bis zur Stadtplanung, die sich an der Lebensqualität orientiert, am urbanen Wohlgefühl.

Ich erinnere mich an die 60er und 70er Jahre in München – an den Traum von der autogerechten Stadt. Ein Glück, dass wir schnell aufgewacht sind. Seither geht es in die andere, die richtige Richtung: Auf die Lebensqualität kommt es an, und für die muss man versuchen, das Auto zu „domestizieren“.

Quelle

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