Theatervorstellungen vom Shanghai Dramatic Arts Centre

Vom 21. bis 25. Mai 2014 finden im Monopol Kino die Münchner China Filmtage statt. Unter dem Motto „Crossing China“ zeigt das Institut für Sinologie der LMU gemeinsam mit dem Konfuzius-Institut München zeitgenössische chinesische Filme in der Originalfassung mit Untertiteln. 

Das vollständige Programm erhalten Sie unter: chinafilmtage.com, oder besuchen Sie uns unter facebook.com/ChinaFilmtage. Tickets ab sofort an den Kassen des Monopol Kinos München und unter: monopol-kino.de

Das Monopol Kino befindet sich in der Schleißheimer Straße 127, 80797 München. 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf unserer Reise durch Chinas Kinolandschaft!

89. Jour Fixe

der Stiftung ex oriente,
Chinas Sprache, Kultur und Wirtschaft in Deutschland

am Freitag, den 09. Mai 2014, um 19:30 Uhr
Ort:  Hofstatt 1 (Färbergraben 16), 5. Stock, 80331 München
c/o P+P Kanzlei Pöllath + Partners

Der Reichtum der ethnischen Minderheiten im Südwesten Chinas

Bildvortrag von Herrn Friedhelm Petrovitsch

Die Provinzen Yunnan, Guizhou und Guangxi sind lohnende Ziele auf der Suche nach den ethnischen Minderheiten Chinas, besonders Guizhou, jahrhundertelang vom Rest der Welt isoliert, war bis vor kurzem Chinas „unterentwickelte“ Region (Gina Corrigan, Guizhou Provinz, 2002).

Dem kulturell Interessierten bieten diese Provinzen ungeahnte Schätze. Dort leben nämlich viele der 55 ethnischen Minderheiten in autonomen Gebieten nach ihren z.T. archaischen Traditionen, die sie trotz der kaum aufzuhaltenden Einflüsse der Moderne noch pflegen. Geradezu überwältigend ist der Blick auf die kunstvoll angelegten, leuchtenden „Reisterassen“  von Yuanyang im Frühjahr.

Sinnbilder mythischer Vorstellungen findet man in der Architektur (Trommeltürme, Wind- und Regenbrücken), in Musik, Tanz, Dichtung, Schmuck und vor allem in der unvergleichlichen Web- und Stickkunst der Festtagskleider.

Friedhelm Petrovitsch, 1943 in Eschweiler bei Aachen geboren, absolvierte in Bonn bis 1967 ein Philologie-Studium und war von 1967-2009 im Schuldienst in Aachen, Köln und Eschweiler. Zu seinen Langzeit-Themen gehört neben der Portrait-Fotografie die fotografische Dokumentation seiner Reisen. Seit 2003 ist er vor allem in Süd-China zu den ethnischen Minderheiten unterwegs.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Bericht zum 88. Jour Fixe

Urheberrecht (oder Copyright?) in China–Recht und Praxis

 Von Sabrina Müller

Im Oktober 2010 feierte China das hundertjährige Bestehen ihres Urheberrechts. Prof. Adolf Dietz nutzte seinen Besuch an diesem Forum als Einstieg ins Thema.

Im Jahr 1910 erschien das erste chinesische Urheberrechtsgesetz, basierend auf japanischem Vorbild, das sein Urheberrechtsgesetz bereits 1899 verabschiedete. Japan wiederum nahm sich ein Beispiel an der europäischen „Berner Übereinkunft“ von 1886 und dem deutschen Zivilrecht. So finden sich also auch heute noch parallelen zum europäischen Urheberrechtsgesetz im fernen China.

Mit der Revolution 1949 wurden alle Gesetze, die zuvor geherrscht hatten aufgehoben und bis 1978 gab es keine systematische Regelung des Urheberrechtsgesetzes. Erste Rudimentärregelungen fanden sich 1986 im Zivilrecht, doch erst 1990 wurde das erste Urheberrechtsgesetzt endgültig festgelegt. Probleme bereitete jedoch die Ausarbeitung eines solchen Rechts. Da man keinerlei Erfahrung hatte, wurden ab 1980 chinesische Stipendiaten in Deutschland zu Juristen ausgebildet. Hilfe kann auch von den USA, die gemeinsam mit der EU Druck ausübten und damit das Patent-und Markenrecht durchsetzten. Somit finden sich heute zwei große Denkschulen und deren Grundzüge im chinesischen Urheberrecht wieder.

Zum einen die kontinentaleuropäische Denkschule, die sehr personenorientiert ist und somit den Verfasser des Werkes schützt, also als Urheberrecht benannt wird. Nach US-amerikanischen Vorbild ist das Urheberrecht Produzentenorientiert und schützt somit den Verfasser weniger als den Produzenten. Hier wird häufig der Begriff Copyright verwendet.

Sucht man eine klare Zuordnung zu einer der beiden Denkschulen wird man enttäuscht. Der Titel zhuzuoquanfa und nicht banquanfa lässt zwar auf die europäischen Vorbilder schließen (zhuzuoquan= Werkrecht/Urheberrecht; banquan= Druckrecht/Copyright), doch wird in Art. 57 chin. UrhG. Urheberrecht und Copyright als Synonyme beschrieben und somit lässt sich keine klare Zuordnung anhand des Titels finden.

Inhaltlich ähnelt das chinesische Urheberrechtsgesetz zwar sehr stark dem kontinentaleuropäischen Vorbild, jedoch lassen sich neben US-amerikanischen Elementen zusätzlich chinesische Einflüsse erkennen. Schlussendlich ist das Ergebnis ein Mischsystem, das allerdings stark dem europäischen Vorbild entspricht.

In der Praxis ist die Umsetzung in China zwar problematisch, doch nicht weniger fortgeschritten als in anderen Ländern. China ist heute auf internationaler Ebene angekommen und kann ein funktionierendes Rechtssystem vorzeigen. Die Bekämpfung der Urheberrechtsverletzungen ist ein Dauerphänomen. Möglichkeiten der Bekämpfung gibt es auf zwei Wegen. Zum einen mit zivilrechtlichen Sanktionen, die den Schutz des geistigen Eigentums und Schadensersatz garantieren. Verwaltungs- und strafrechtliche Sanktionen sind zwar günstiger und schneller, jedoch besteht hier kein Anspruch auf Schadensersatz.

Als Fazit zog Prof. Adolf Dietz, dass das chinesische Urheberrecht ein modernes Urheberrecht mit Durchsetzungsproblemen ist, jedoch eine Reformdiskussion zur, inzwischen dritten, Änderung bereits im vollen Gange ist.

Prof. Adolf Dietz, geb. 1936 in München, war bis zu seiner Pensionierung langjähriger Referent für Osteuropa und China am Münchner Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbe-werbsrecht (jetzt MPI für Innovation und Wettbewerb). Er lehrte Urheberrecht an der Universität Passau und hielt als Gastprofessor Vorträge an der Volksuniversität (Renmin Daxue) und Beijing Universität (Beijing Daxue) in Peking. Er war in eine Reihe von Kooperationsprojekten des Deutschen Patent- und Markenamts und des Europäischen Patentamts mit chinesischen Part-nern eingebunden.

 

 

88. Jour Fixe

der Stiftung ex oriente,
Chinas Sprache, Kultur und Wirtschaft in Deutschland

am Freitag, den 11. April 2014, um 19:30 Uhr

Ort: Hofstatt 1 (Färbergraben 16), 5. Stock, 80331 München
c/o P+P Kanzlei Pöllath + Partners

Urheberrecht (oder Copyright?) in China – Recht und Praxis

Vortrag von Prof. Dr. jur. Dr. h.c. Adolf Dietz

Das geltende Urheberrechtsgesetz der Volksrepublik China (zhuzuoquanfa – 著作权法) stammt aus 1990 und wurde seitdem zweimal geändert (eine dritte Änderung wird augenblicklich heftig diskutiert). Es wurde vor seinem Erlass mit Fachkreisen aus dem In- und Ausland (darunter auch mit Experten aus dem Münchner Max-Planck-Institut) eingehend diskutiert. Dabei stand schon terminologisch die Grundfrage einer Orientierung eher an kontinentaleuropäischen Vorbildern oder doch lieber an anglo-amerikanischen Vorbildern im Raum, also Urheberrecht (zhuzuoquan – 著作权) oder Copyright (banquan – 版权)? Auf diese rechtspolitisch nicht unwichtige Frage soll ebenso eingegangen werden wie auf die inhaltliche Ausgestaltung des geltenden Rechts und seine teilweise unzulängliche Durchsetzung in der Praxis. Auch ein Blick zurück auf das noch aus der Kaiserzeit stammende erste chinesische Urheberrechtsgesetz von 1910 (大清著作权律) im Rahmen der Einleitung des Vortrags soll nicht fehlen.

Prof. Adolf Dietz, geb. 1936 in München, war bis zu seiner Pensionierung langjähriger Referent für Osteuropa und China am Münchner Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbe-werbsrecht (jetzt MPI für Innovation und Wettbewerb). Er lehrte Urheberrecht an der Universität Passau und hielt als Gastprofessor Vorträge an der Volksuniversität (Renmin Daxue) und Beijing Universität (Beijing Daxue) in Peking. Er war in eine Reihe von Kooperationsprojekten des Deutschen Patent- und Markenamts und des Europäischen Patentamts mit chinesischen Part-nern eingebunden.

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87. Jour Fixe

der Stiftung ex oriente,

Chinas Sprache, Kultur und Wirtschaft in Deutschland

am Freitag, den 14. März 2014, um 19:30 Uhr

Ort:  Hofstatt 1 (Färbergraben 16), 5. Stock, 80331 München

c/o P+P Kanzlei Pöllath + Partners

Von Tsingtao zu Qingdao! – Über den Werdegang der deutschen Stadt in China aus der Sicht eines Stadtplaners

Vortrag von Fritz Hubert, Architekt und Stadtplaner

Die Küstenstadt Qingdao (青岛) in der Provinz Shandong ist ein bedeutender Badeort in China und weltweit bekannt für ihr Bier namens „Tsingtao“. Dass in dieser Stadt das wohl beste Bier Chinas gebraut wird, ist kein Zufall. Qingdao gehörte von 1898 bis 1914 als Kolonie zum Deutschen Reich und die Spuren dieser Zeit sind noch heute deutlich sichtbar. Die Kolonialherren hinterließen nicht nur ihre Begeisterung für den Gerstensaft, sondern auch ihren Baustil. Während viele der alten Kolonialhäuser im Laufe der letzten 100 Jahre Neubauten weichen mussten, bemüht sich die Stadt heute um den Erhalt der noch verbliebenen deutschen Architektur.

Der Münchner Architekt und Stadtplaner Fritz Hubert ist als offizieller Berater der Stadt Qingdao tätig und hilft, die historische Altstadt zu erhalten. Hier stehen 700 alte Kolonialhäuser, viele sind vom Verfall bedroht. Fritz Hubert kennt die städtebauliche Geschichte und Architektur der Küstenmetropole wie kaum ein anderer. Aus erster Hand berichtet er beim 87. Jour Fixe über seine Erfahrung und Erlebnisse als Städteplaner in China.

Fritz Hubert, geboren 1944 in Lodz, studierte Architektur und Stadtplanung in Braunschweig und Stuttgart. Er ist verantwortlich für zahlreiche Stadtentwicklungspläne im In- und Ausland mit dem Schwerpunkt Stadtsanierungen, Restaurierung von Gebäuden und Neugestaltung von Straßen und Plätzen. Er ist seit 2003 in China tätig und erhielt für seine Arbeit mehrere Preise und Anerkennungen.

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Bericht zum 86. Jour Fixe

Xiangqi – Facetten eines traditionellen Brett-Spiels

Im Rahmen des Laternen Festes (Yuanxiaojie) in China, das die Feierlichkeiten des chinesischen Neujahrs beendet, wurde der Abend von der Tänzerin ZHOU Min und zwei ihrer Schülerinnen mit traditionellem chinesischem Tanz eingeleitet.

Das Thema des Jour Fixe wurde anschließend von Rudolf Reinders vorgetragen. Zunächst ging er dabei auf die geschichtliche Entwicklung des chinesischen Schachspiels ein. Bereits vor 2500 Jahren existierte ein Spiel, das Liubo, das vom Aufbau her dem heutigen Xiangqi stark ähnelt. Die Regeln sind heute allerdings nicht mehr bekannt.

Erstmals dagegen stellte Professor David Li eine Hypothese auf, in der er davon ausgeht, dass der Vorläufer des Xiangqi von Sun Tzu entwickelt wurde, einem berühmten chinesischen Feldherr, der auch das Buch „Art of War“ geschrieben hat. Nach Professor Li war das Spiel für Soldaten und Führungskräfte gedacht, um bereits 203 v. Chr. deren strategisches Denken zu fördern.

Von welcher der Thesen man nun ausgeht, sicher ist jedenfalls der frühe Bezug des chinesischen Schachs zur Kunst. Bereits in alten chinesischen Malereinen sind Menschen zu erkennen, die sich zum spielen versammelt haben.

Auch die chinesische Literatur hatte Einfluss auf das Xiangqi. Grundprinzipien und Strategien, sogenannte Prinzipien des Vorteils, werden noch heute in der Form chinesischer Fabeln wiedergegeben, also vier Zeichen pro Zeile, vier Zeilen.

Die große Popularität des Schachspiels in China lässt sich auf die vier Arten der Kunst zurückführen, die jeder gebildete Mensch beherrschen sollte. Dazu gehörte ein Musikinstrument, chinesische Malerei und Kalligraphie sowie ein Brettspiel zu beherrschen.

Die späte Ausbreitung des Xiangqi in Deutschland lag wohl in erster Linie daran, dass keine deutschen Übersetzungen des Regelwerks vorlagen. Erst Rainer Schmidt übersetzte die Regelbücher und knüpfte durch Schachpartien erste Bezüge zu China. 1987 erhielt er dafür eine Würdigung des damaligen Bundespräsidenten, Dr. Richard Weizsäcker. Doch erst 1993 wurde das Spiel durch die WXF, die World Xiangqi Federation international bekannt.

Heute wie damals wird das chinesische Schach in China vorwiegend durch deutschen Spieler vertreten, seltener finden sich Spieler mit asiatischer Herkunft im deutschen Team. Mit der WM 2013 in Huizhou rückte das deutsche Team das erste Mal in den Blick der Öffentlichkeit. Trotz mangelnder asiatischer Vertretung finden heutzutage auch in Deutschland verschiedene Turniere und Wettkämpfe des Xiangqi statt, der größte davon der Sommerpokal in Berlin.

Wer sich für das chinesische Schachspiel Xiangqi interessiert oder sich über aktuelle Termine informieren möchte, ist die Seite www.chinaschach.ch zu empfehlen.

Nach dem Ende des Vortrags traten erneut die drei Tänzerinnen auf und es wurden Yuanxiao-Süßigkeiten an die Gäste gereicht. Zudem bestand die Möglichkeit, gegen zwei Xiangqi-Meister, PU Fanyao und XUE Zhong zu spielen.

Von Sabrina Müller